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Düsseldorf: Stadt rudert beim Trampolinverbot zurück

Familienvater startete Petiton gegen Entscheidung : Stadt rudert beim Trampolinverbot zurück

Der Stadtverband der Kleingärtner war es, der zuletzt das Trampolin-Verbot – unter Berücksichtigung einer rechtlichen Wertung – beschlossen und dies an die Kleingartenvereine und an die „Gartenfreunde“ in Gerresheim weitergeleitet hatte. Darüber entzündete sich dann der Streit. Stand Montagabend gab es für die Petition über 2150 Unterstützer.

  Nach weiterer rechtlicher Prüfung sieht die Landeshauptstadt Düsseldorf keinen Grund mehr für ein generelles Verbot von Trampolinen in Kleingärten: „Nach der derzeit gültigen Kleingartenverordnung wären diese prinzipiell gestattet.“ Das stellte Umweltdezernentin Helga Stulgies am Montag in einer Pressemitteilung klar. Die Umsetzung dazu würden jedoch die Kleingartenvereine nach Empfehlung des Stadtverbandes treffe, so die Stadt weiter. Der Stadtverband der Kleingärtner hatte das Verbot vor einigen Wochen beschlossen. Und die Stadt hatte dieses vor kurzem noch in ihrer Bewertung ähnlich gesehen. Ein Vierfachvater wehrt sich gegen die Entscheidung.

Sebastian Jost ist mit seiner Familie seit rund fünf Jahren ein „Gartenfreund“ des Kleingartenvereins Hambach‘sche Wiese in Gerresheim. In seiner Parzelle hat er von Beginn an ein Trampolin stehen, auf dem die vier Kinder Marlene, Matthias, Malte und Magnus gerne springen und toben. Allerdings soll das Trampolin bis zum 31. Dezember aus dem Garten verschwinden.

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Die Kleingartenordnung erlaubt zwar mit Größenbegrenzungen Kleinkinderspielgeräte wie Rutschen, Schaukeln und Sandkästen. Trampoline seien nach Auffassung des Gartenamts keine Kleinkinderspielgeräte und somit nicht erlaubt, hatte die Stadt in einer Stellungnahme von Mitte November angeführt.  Wörtlich hieß es damals: „Als Spiel- und Sportgerät werden Trampoline vorrangig nicht von Kleinkindern, sondern von älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt. Sie nehmen gewöhnlich eine Fläche von rund zehn Quadratmetern ein – damit verringert sich im Garten die Fläche zur kleingärtnerischen Nutzung.“ Diese Äußerungen hat die Stadt nun zurückgezogen und verweist nun auf die jeweiligen Kleingärten. 

Der Stadtverband der Kleingärtner hatte das Trampolin-Verbot – unter Berücksichtigung einer rechtlichen Wertung – beschlossen und dies an die Kleingartenvereine und an die „Gartenfreunde“ weitergeleitet hatte. „Da in der Kleingartenordnung Trampoline nicht angeführt werden, sind folglich keine Ausnahmen möglich. Der Stadtverband der Kleingärtner ist sich der damit zum Teil verbundenen Emotionen bewusst; zur Kenntnis genommen werden muss aber auch, dass viele Gartenfreunde beziehunsgweise Pächter auch ohne Trampoline eine tolle Zeit auf ihrer Parzelle verbringen“, teilt eine Sprecherin des Verbandes damals auf Anfrage mit.

Der Vorstand der Hambach‘sche Wiese teilte Mitte November mit, das Trampolin-Verbot durchsetzen zu wollen. Für den Vierfachvater Sebastian Jost gehören auch Trampoline zu den Kleinkinderspielgeräten, sein Nachwuchs ist zwischen zwei und acht Jahren alt, und startete deshalb die Petition.