Düsseldorf: Stadt hat Kunstwerk "büßende Maria Magdalena" zurückgegeben

Raubkunst der Nationalsozialisten : Stadt Düsseldorf hat „büßende Maria Magdalena“ zurückgegeben

Lange hing das Gemälde „büßende Maria Magdalena“ im Museum Kunstpalast, jetzt hat die Stadt Düsseldorf es an die Erben einer jüdischen Verlegerfamilie zurückgegeben. Die Familie war 1933 in die USA geflohen, ihre Kunstsammlung war von den Nationalsozialisten versteigert worden.

Die Stadt Düsseldorf hat das Gemälde „büßende Maria Magdalena“ als „NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut“ an die Erben der früheren Besitzer zurückgeben. Das Werk aus dem Bestand des Düsseldorfer Kunstpalastes sei am Freitag an die Nachfahren der jüdischen Berliner Verlegerfamilie Mosse zurückgegeben worden – konkret an die Nachfahren von Felicia Lachmann-Mosse. Ende 2018 hatte der Kulturausschuss der Stadt bereits einstimmig die Rückgabe beschlossen.

„In einem persönlichen Gespräch mit den Erben habe ich zum Ausdruck gebracht, dass es für die Landeshauptstadt Düsseldorf eine Selbstverständlichkeit ist, Kunstwerke zu restituieren, bei denen wie im vorliegenden Fall die Provenienzforschung Hinweise darauf ergibt, dass sie ihren jüdischen Vorbesitzern während der Nazizeit unrechtmäßig entzogen wurden“, erklärte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD).

Bei dem Werk handelt es sich um eine Kopie eines Details des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gemäldes von Peter Paul Rubens, das sich einst im Kaiser Friedrich-Museum in Berlin befunden habe. Ob es Rubens selbst oder seine Werkstatt hergestellt habe oder es sich um eine zeitgenössische Kopie handele, sei aber ungeklärt, hieß es.

Rudolf Mosse war in der Weimarer Zeit ein einflussreicher
Zeitungsverleger. Seine Tochter Felicia Lachmann-Mosse, die die Kunstsammlung ihrer Eltern geerbt hatte, musste 1933 mit ihrem Mann vor den Nazis in die USA fliehen. Ein Jahr später versteigerten die Nationalsozialisten ihr Vermögen, ohne dass die Familie am Erlös beteiligt wurde. Schon mehrere Kunstwerke waren an die Erben der Tochter zurückgegeben worden.

(kess/dpa)
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