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Masterplan : Düsseldorf soll noch schöner leuchten

Masterplan : Düsseldorf soll noch schöner leuchten

Uwe Knappschneider hat am Licht-Masterplan der Landeshauptstadt mitgewirkt – mehr als zehn Jahre später lobt er vieles, übt aber auch Kritik. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke will eine Fortschreibung des Plans.

Der Düsseldorfer Dezember ist in Sachen Licht eine Ausnahmesituation. Überall in der Innenstadt verbreiten Weihnachtsmarkt-Buden und Straßen-Dekoration die Art von Weihnachtsstimmung, die man quasi in Lux messen kann. Blende man das aus, habe die Landeshauptstadt aber gute Arbeit geleistet bei der Umsetzung ihres mehr als zehn Jahre alten Lichtmasterplans, sagt Stadt- und Lichtplaner Uwe Knappschneider. Der Geschäftsführer des Büros Licht/Raum/Stadt/Planung GmbH hat federführend an dem Konzept mitgewirkt, das die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auch in der Nacht steigern sollte. Die Stadt plant nun, den Masterplan fortzuschreiben.

Knappschneider lobt die Umsetzung bei der Beleuchtung der Franklinbrücke, der Unterführung an der Erkrather Straße oder am Rheinufer: „Das sind Dinge, die eine große Strahlkraft nach außen haben.“ Menschen nähmen vielleicht nicht die Qualität und Beschaffenheit der Lichtquellen und des Lichts im Detail wahr: „Aber das ist ein Teil der Gesamtwahrnehmung, ob man sich an einem Platz wohlfühlt, beispielsweise gern ans Rheinufer geht.“ Allerdings sind in seinen Augen noch wichtige Punkte aus dem Masterplan offen – etwa bei der Anstrahlung markanter Gebäude, um sie hervorzuheben.

Bei einem Spaziergang bekommt der Lichtexperte an einigen Stellen im wahrsten Sinne leuchtende Augen. Bei den kugelförmigen Leuchten am Rheinufer etwa – Knappschneider sagt: „Perlenschnur“ –, die den Verlauf des Flusses aus seiner Sicht gut betonen, den Weg über die Promenade dabei allerdings nur in suboptimales Licht tauchen. Oder beim Schlossturm, der dezent angestrahlt wird und mit dem gegenüberliegenden Gebäude eine Art Lichttor bildet (außer, wenn das Riesenrad dazwischen steht): „Das kann man von der Oberkasseler Seite aus gut sehen.“ Und das nachts grün leuchtende Kraftwerk Lausward gefällt ihm: „Wenn man Farbe an einzelnen, sorgsam ausgewählten Punkten einsetzt, ist das in Ordnung.“

An der Rheinuferpromenade gegenüber vom Schlossturm ist der zum Rhein gewandte Teil des Rathauses mit Licht in Szene gesetzt. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Kritisch blickt Knappschneider dagegen auf die Brückenfamilie. Die ist durch eine markante Linie an der Querseite jeder Brücke gekennzeichnet – für die der Masterplan eine Beleuchtung vorsieht: „Das würde die Rheinsilhouette noch besser hervorheben.“ Auch an anderen Punkten vermisst er noch gezielte Lichtplanung – beim Blick auf den Alten Hafen etwa. Der ist abends recht finster, im Hintergrund überstrahlt aber das GAP 15 die Szenerie: „Da kann man kleine Punkte hier im Vordergrund kaum noch erkennen.“

Planungsdezernentin Cornelia Zuschke plant unterdessen eine Fortschreibung des Lichtmasterplans. Sie habe im Zuge der Diskussion um die Gaslaternen erfahren, welche Bedeutung das Thema hat: „Licht ist den Düsseldorfern sehr wichtig.“ Der Plan benenne Visionen und sei in Einzelteile zerfallen, einiges sei weiterverfolgt worden, anderes nicht. Man müsse nun schauen, welche Themen noch aktuell sind.

Vor allem aber soll der Masterplan ganzheitlich werden. Energetische und gesundheitliche Aspekte hätten bislang keine Rolle gespielt. Deswegen soll das Konzept erweitert sowie mit den Konzepten der energieeffizienten Stadt sowie für die Gaslaternen zusammengebracht werden. Neben Fachleuten möchte Zuschke Initiativen wie die Interessengemeinschaft der Kö-Anlieger oder für die City-Ost einbinden. Die Beigeordnete wird im Ordnungs- und Verkehrsausschuss am 9. Januar dazu eine Vorlage einbringen.

Am Ziel des Masterplans, die Rheinbrücken zu illuminieren, hält übrigens auch Zuschke fest. „Unsere Brückenfamilie hat ein solches Konzept verdient. Dafür gibt es auch energieeffiziente Lösungen.“ Auch für Kö-Bogen II mit Schauspielhaus und Gustaf-Gründgens-Platz werde es ein Lichtkonzept geben, so dass Passanten je nach Szenario (Theateraufführungen, Veranstaltungen auf dem Platz etc.) ihren Weg finden.

Dass das Thema länger braucht, ist aus Sicht von Knappschneider übrigens ein Problem vieler Großstädte: Durch die schiere Menge der Maßnahmen und die Komplexität ihres Zusammenspiels dauere alles länger: „In einer kleinen Gemeinde lässt sich so ein kompletter Masterplan in zehn Jahren umsetzen.“