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Düsseldorf: So wird am Pop-up-Radweg nachgebessert

Verkehrsversuch in Düsseldorf : So wird am Pop-up-Radweg nachgebessert

Die Stadt hat erste Anpassungen für die neue Radspur entlang der Rheinachse vorgestellt. So soll nun das Teilstück Cecilienallee/Joseph-Beuys-Ufer in beide Richtungen befahrbar sein. CDU-Oberbürgermeisterkandidat Stephan Keller und auch die Grünen kritisieren die Nachbesserungen.

Auf der neuen Pop-up-Radspur entlang der Rheinachse wird das Teilstück Cecilienallee/Joseph-Beuys-Ufer zum Zweirichtungsradweg. Bisher verlief die neu angelegte Spur in Richtung Süden als Einrichtungsradweg. Kostenpflichtiger Inhalt Die Anpassung ist die gravierendste Änderung, die Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Florian Reeh, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement, am Mittwoch vorstellten.

Der Radweg wurde in diesem Bereich bereits am vergangenen Wochenende von Radfahrern in beide Richtungen genutzt. Für mehr Sicherheit werden auf dem Abschnitt sieben provisorische Ampelanlagen an Stellen mit kreuzendem Verkehr aufgestellt. Die Stadt hofft, dass dies in der nächsten Woche ohne weitere Kosten geschieht. Die Verwaltung schlägt außerdem dem Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag vor, dass der Radweg – anders als vom Ordnungs- und Verkehrsausschuss beschlossen – auch innerhalb der Sommerferien nur am Wochenende befahrbar sein soll. Geisel geht nicht davon aus, dass das Verkehrsaufkommen in den Ferien abnimmt. Würde die Spur werktags geöffnet, sei mit erheblichen Staus zu rechnen. Darüber hinaus stimmte die Verwaltung mit der Polizei weitere Optimierungen ab: Die Verkehrsführung an der Kreuzung mit der Uerdinger Straße wird mit einer zusätzlichen Markierung deutlich gemacht, die Sichtbarkeit an Einmündungen und Einfahrten wird mit Sperrflächen verbessert und die Fahrtrichtung für den Autoverkehr wird mit weiteren Pfeilen auf der Fahrbahn markiert.

Geisels Herausforderer von der CDU bei der Kommunalwahl am 13. September, Stephan Keller, sagt zu den Optimierungen: „Ich halte auch von den Nachbesserungen nichts. Das ist der zweite Schnellschuss“, sagt Keller, der bis 2016 Verkehrsdezernent in Düsseldorf war. Der Aufwand mit sieben Ampeln sei enorm hoch für eine Nutzung nur am Wochenende, die Kosten stiegen immer weiter. „Die Verantwortlichen sollten lieber einsehen, dass dieser Radweg keine gute Idee war.“

Kritik kommt auch von den Grünen: Der Pop-Up-Radweg am Rheinufer ist so schlecht umgesetzt, dass er teilweise ein gefährlicher und kein geschützter Radweg ist. OB Geisel will ihn nun weiter verschlimmbessern, anstatt endlich mutig geschützte Radwege auf beiden Seiten anzulegen“, sagt Fraktionssprecher Norbert Czerwinski. Er ergänzt: „Wir brauchen nicht weitere Engstellen sondern mehr Platz fürs Rad. Berlin hat es vorgemacht, dass auf mehrspurigen Straßen schnell und unbürokratisch temporäre Radwege geschaffen werden können. Es ist mir unverständlich, dass Düsseldorf es nicht schafft, auch nur auf eine Strecke vernünftig umzusetzen.“

Die Grünen wollen jetzt in den nächsten Tagen mit Radfahrern, Fahrradinitiativen und -vereinen den Austausch suchen. „Unser Ziel ist es, den Radweg entlang des Rheins schnell zu verbessern. Wir wollen aber darüber hinausgehen: Düsseldorf braucht weitere Pop-Up-Radwege, um den Radfahrern schnell und wirksam mehr Platz und Sicherheit zu bieten“, sagt Czerwinski.

OB Geisel wünscht sich des Weiteren mehr Platz für die Radfahrer, dass auf dem nördlichen Teil des Pop-up-Radwegs, der seiner Meinung nach insgesamt „nicht wahnsinnig schön aussieht“, die Baken nicht mehr auf der Radspur stehen. Anwohner der Cecilienallee weisen aber auf ganz andere Probleme in diesem Abschnitt hin. Die neu eingerichtete Parkspur mitten auf der Straße mache das Aussteigen insbesondere mit Kindern und älteren Menschen extrem gefährlich. Auf der einen Seite sei nun der Autoverkehr, auf der anderen Seite der Zweirichtungsradweg, der vor allem für schnelle Radfahrer gedacht ist. Zudem wurde beobachtet, dass Autofahrer nun gefährliche Wendemanöver riskieren, weil das Parken nur noch möglich ist, wenn sie stadteinwärts unterwegs sind. Außerdem sei kein kurzes Anhalten mehr möglich, ohne den kompletten Verkehr zu blockieren.

Geisel sagt, zufriedenstellend sei die gesamte Situation erst, wenn die Verlängerung der Rheinuferpromenade „mit einem leistungsfähigen Radweg“ abgeschlossen ist.