Düsseldorf: So will die Stadt das Parken neu organisieren

Pläne der Stadtverwaltung : Wie sich das Parken für Autofahrer in Düsseldorf verändern soll

Die Stadtverwaltung will das Parken im Düsseldorfer Straßenraum neu organisieren. Gut für die Anwohner, schlecht für viele Berufspendler. Die wichtigsten Infos zu dem Großvorhaben.

Das Parken gehört zu den großen Reizthemen in Düsseldorf. Nun will die Stadtverwaltung einen großen Anlauf nehmen, um die Lage vor allem für Anwohner zu verbessern. Das erste Informationspapier an die Bezirksvertretungen sorgte für Aufregung. Wir haben nachgefragt – und mehr über die Pläne erfahren. Die wichtigsten Antworten:

Was ist das Ziel?

Die Stadt will das Parken in all jenen Gegenden besser ordnen, in denen viele Beschwerden zusammenkommen. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke verweist auf Anregungen von Bürgern und Bezirksvertretungen. Zu den Problemräumen zählen die innenstadtnahen Wohnviertel (in orange und gelb eingezeichnet) sowie die Quartiere rund um Krankenhäuser, andere große Arbeitgeber oder den Flughafen (mit blauen Ellipsen markiert). Zuschkes Mitarbeiter wollen jeweils zugeschnittene Konzepte erarbeiten. Ein Hauptziel: Anwohner sollen bessere Chancen haben, ihren Pkw im Straßenraum abzustellen.

Wer soll weniger im Straßenraum parken?

Die Stadt nennt konkret Berufspendler, die bisher frei parkten. Sie sollen in den privaten Raum, also etwa Parkhäuser, getrieben werden. Diese Umstellung soll auch Arbeitgeber unter Druck setzen, sich mit der Mobilität ihrer Mitarbeiter auseinanderzusetzen. Eine Lösung können zum Beispiel Shuttlebusse zu Parkplätzen am Stadtrand sein. Wenn mehr Menschen auf ÖPNV oder Rad umsteigen, wäre das auch im Sinne der Düsseldorfer Verkehrspolitik. Die Stadtspitze weist aber den Verdacht zurück, sie wolle Autofahrer vertreiben.

Was sind die einzelnen Schritte?

Ein Herzstück ist die Erweiterung der Bewohnerparkgebiete. Ein zweiter Schritt ist ein Ausbau des sogenannten Parkraummanagements. Dabei geht es um weitergehende Fragen wie zusätzlicher Parkraum durch die Freigabe von Supermarktparkplätzen in der Nacht.

Wo sollen Bewohnerparkgebiete entstehen?

Das Bewohnerparken ist grundsätzlich nichts Neues: In der Innenstadt, aber etwa auch im  Kaiserswerther Dorfzentrum oder in der Nähe von Flughafen und Mercedes-Werk in Unterrath, gibt es bereits Straßenzüge, an denen Anwohner frei parken können, während andere Autofahrer je nach Regelung einen Parkschein oder eine Parkscheibe benötigen. Diese Bereiche sind in der Karte rot dargestellt. Der Ausbau in der Innenstadt soll von innen nach außen erfolgen. Zwei Zonen sind vorgesehen: In einem inneren Kreis soll das Parken mit Parkschein ausgeweitet werden. Es handelt sich dabei um das Gebiet der Tarifzone II. in einem äußeren Ring soll Parkscheibenpflicht gelten.

Sind alle Straßen betroffen?

Nicht unbedingt. Jedes Quartier wird einzeln betrachtet, die Umsetzung erfolgt mit Begleitung der Bezirksvertretungen. Die Grenzen des äußeren Rings sind zudem noch nicht festgelegt. Auch die Kreise rund um Problemstellen wie die Krankenhäuser müssen genauer gezogen werden.

Zu welchen Tageszeiten soll ein Parkschein nötig sein?

Die Stadt strebt eine Regelung mit 24-Stunden-Gültigkeit an allen Tagen außer Sonntag an. Das soll Anwohnern insbesondere bei der problematischen Parkplatzsuche am Abend helfen.

Wie sind die Regeln für das Anwohnerparken?

Anwohner müssen für jedes Auto einen Parkschein bei der Stadt beantragen. Er kostet pro Jahr 30 Euro, bei einem Antrag auf elektronischem Weg 25 Euro. Es gibt keine Höchstgrenze von Pkw pro Haushalt. Der Schein berechtigt zum Parken innerhalb einer Anwohnerparkzone. Diese Bereiche können mehrere Straßen umfassen und bis zu einem Quadratkilometer groß sein. Ein Anwohnerschein ist keine Garantie auf einen Parkplatz.

Werden höhere Parkgebühren fällig?

Eine pauschale Erhöhung sei nicht geplant, sagt Verkehrsdezernentin Zuschke. Die Beträge sollen für eine bessere Abwicklung gerundet werden, allerdings in beide Richtungen. Bislang gilt eine Staffelung von der Innenstadt in die Außenbezirke in drei Zonen.

Die Tarifzone I kostet 2,90 Euro pro Stunde, in Zone II werden 2,10 Euro pro Stunde fällig, in Zone III sind es 1,50 Euro pro Stunde. Das Tarifsystem soll flexibel gestaltet werden, um auf die vielen Gründe für Mobilität einzugehen – von Paketdiensten bis zu Familienbesuch. Im Gespräch sind zum Beispiel Tageskarten. Auch mit den Verbänden von Handwerk, Industrie und Handel laufen Gespräche.

Was soll die Parkraumbewirtschaftung bringen?

Die Stadt will sich auch um zusätzlichen Parkraum bemühen. Das können weitere Quartiersgaragen sein, aber auch die Nutzung von Supermarkt- oder Firmenparkplätzen außerhalb der Geschäftsstunden. Es laufen dazu Gespräche. Allerdings ist die Umsetzung nicht einfach: Die Händler zum Beispiel fürchten Probleme wie nicht rechtzeitig entfernte Autos, Verschmutzung oder Vandalismus. Eine Lösung könnten private Anbieter sein, die das Management und die Vermittlung zum Beispiel über eine App übernehmen.

Wie ist das weitere politische Vorgehen?

Einen Zeitplan für die Umsetzung gibt es noch nicht. Die Pläne sollen nach und nach erarbeitet werden, im Sommer sollen erste Beschlüsse erfolgen.

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