Düsseldorf: So war die Schüler-Demo für den Klimaschutz

Statt Schule : 250 Schüler haben in Düsseldorf für den Klimaschutz demonstriert

Fridays for Future heißt das Konzept, bei dem Schülerinnen und Schüler am Freitag auf die Straße gingen, um vor dem Landtag für eine radikalere und konsequentere Klimapolitik zu demonstrieren.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, schallt es über den Vorplatz des Landtages. Auf der zugefrorenen Wiese vor dem Regierungsgebäude stehen rund 250 Schüler, um den Politikern, die drinnen im Warmen ihrer Arbeit nachgehen, mitzuteilen, was sie von der aktuellen Klimapolitik halten – nämlich gar nichts. Lautstark skandieren sie „Kohle-Stopp“ und „Hambi bleibt“, dazu halten sie Transparente hoch, die ihre Meinung mal auf ernste, mal auf lustige Weise kundtun: „Wir ernten die Probleme, die ihr sät“, ist auf einem Schild zu lesen, auf dem anderen der simple Appell an den Ministerpräsidenten: „Armin lasset!“.

Um 11 Uhr versammelten sich die Schüler von zwölf weiterführenden Schulen und Berufskollegs auf dem Rathausplatz. Dort gaben sie gemeinschaftlich zu Protokoll, was sie mit ihrer Demonstration erreichen wollen: „Das ist der Aufstand der Jugend! Wir werden solange rufen, bis man uns hört“, stand auf dem Textblatt, das an alle Anwesenden verteilt wurde. „Heute auf den Straßen und Plätzen, morgen in den Ministerien und den Herzen der Menschen.“ Skandierend zogen sie den Rhein entlang bis vor den Landtag. Ihre Motivation: „Wir wollen den Leuten zeigen, dass der Jugend der Klimaschutz am Herzen liegt“, sagt Melissanthi Goutopoulou. Die 16-Jährige besucht die elfte Klasse des St.-Ursula-Gymnasiums. Gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Lilli Bloch hält sie ein Schild mit dem Schriftzug „There is no Planet B“ in die Höhe. „Wir schulden es den nachfolgenden Generationen, uns jetzt für die Umwelt stark zu machen“, erklärt Lilli. „Wir jungen Menschen haben mehr Zeit, Motivation und Ehrgeiz als ältere Menschen, die oft festgefahren sind.“

Nicht nur in Düsseldorf demonstrierten am Freitag zahlreiche junge Menschen für den Umweltschutz. Unter dem Motto „Fridays for Future“ gehen wöchentlich in ganz Europa Schüler und Studenten auf die Straße, um gegen den Klimawandel zu protestieren. Allein in Deutschland haben sich am Freitag in 55 Städten zahlreiche Jugendliche an den Demonstrationen beteiligt.

Vor dem Landtag begrüßten drei Abgeordnete der Grünen die Jugendlichen. Fraktionsvorsitzende Monika Düker zeigte sich begeistert von der großen Menge der Demonstranten. „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommt“, sagte sie in ihrer Ansprache. „Deswegen ist es unsere Aufgabe, nun etwas dagegen zu unternehmen.“ Abgeordnete anderer Parteien seien nicht bereit gewesen, zu den Schülern zu sprechen, erklärte Lukas Mielczarek, Sprecher des Düsseldorfer Jugendrates und einer der Organisatoren der Demonstration. Diese Anmerkung kommentierte die Menge augenblicklich mit dem gemeinschaftlichen Ruf: „Scheiß CDU!“. Mit dem Gesang „Wir wollen den Armin sehen“ versuchten die Jugendlichen mehrmals, den Ministerpräsidenten nach draußen zu bewegen, jedoch ohne Erfolg.

Organisiert wurde die Demonstration von einer Gruppe von Schülern, die in diversen Düsseldorfer Jugendorganisationen mitwirken, wie der Bezirksschülervertretung, dem Jugendrat oder den Jungen Grünen. Marie-Cathleen Gregor, Schülerin des Marie-Curie-Gymnasiums, ist eine der Initiatoren. „Die Organisation der Demo war eher spontan“, erklärt die 17-Jährige. „Wir haben über eine Whatsapp-Gruppe und mit Hilfe der Lehrer versucht, möglichst viele Schüler verschiedener Schulen zu mobilisieren.“

Nächste Woche gehen die Fridays for Future in die nächste Runde: Am kommenden Freitag reisen Schüler aus ganz Deutschland nach Berlin, um ihre Anliegen vor den Politikern der Bundeshauptstadt zur Sprache zu bringen.

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