Düsseldorf: So war die Nacht der Museen 2018

Auch Aquazoo dabei: Düsseldorfer feiern die lange Nacht der Museen

Mehr als 40 verschiedene Museen, Galerien und Kulturstätten standen Kunstliebhabern bei der Nacht der Museen in der Nacht zu Sonntag in ganz Düsseldorf offen. Die Veranstaltung sorgte für große Begeisterung.

Ob die erstmalige Teilnahme des Aquazoos nach dessen Neueröffnung, die großen Kunsthäuser oder die stillvolle Wandlung des Worringer Platzes zu einer Kunstmeile - bei der Düsseldorfer Nacht der Museen gab es für die über 23.000 Besucher bei frühlingshaftem Wetter, guter Laune und über hundert Programmpunkten wieder viel zu entdecken.

Die Publikumsmagneten

Die wohl größte Attraktion der Nacht war die Dachterrasse in der 22. Etage des Dreischeibenhauses, die erstmals für Besucher zugänglich war und einen einzigartigen Blick bot. Bereits vor Beginn der Nacht picknickten Besucher in der immer länger werdenden Warteschlange. Für Rosa Amador und Janine Chahine ist die Dachterrasse nach rund anderthalb Stunden des Wartens die erste Station. "Ich wurde von ihr überredet, bei der Nacht mitzukommen, aber bei dem Anblick hat sich das Warten schon gelohnt", sagt Janine Chahine glücklich. Man eben nicht alle Tage die Möglichkeit, seine Stadt Geburtsstadt aus dieser Perspektive zu erleben.

Sehr beliebt bei den Besuchern war auch der Aquazoo, der erstmals nach seiner mehrjährigen Renovierung wieder dabei war. Bereits kurz nach Öffnung der Tore bildete sich eine hunderte Meter lange Schlange. Für Lukas Klug und Susanne Uzarewicz war es der erste Besuch nach der Neueröffnung. "Wir hatten Glück, dass eine Freundin sich bereits 20 Minuten früher angestellt hatte. Der Aquazoo war definitiv ein Grund, heute wieder dabei zu sein", sagen die beiden.

Die Kunst-Geheimtipps

Aber auch abseits der großen Publikumsmagneten gab es viele kleinere Orte, die mit großer Kunst lockten.

Im Institut Français wurde nicht nur die Freundschaft zwischen Düsseldorf und Frankreich mit vielen leckeren Speisen gefeiert, sondern auch der Ereignisse des Mai 1968 gedacht. "Wir haben alle solidarisch zusammengestanden. Ein schönes Gefühl der Freiheit", erinnert sich die in Düsseldorf lebende Zeitzeugin Françoise Bonnot-Jörgens.

Eine besondere Form der Kunst gab es im Haus der Universität mit dem Brain-Painting zu bestaunen. "Durch eine Software und die Messung der Hirnströme können Probanden quasi mit ihren Gedanken digital zeichnen", erläutert Künstler Adi Hoesle. Entwickelt hat er das Verfahren bereits vor einigen Jahren, um Gelähmten die Chance zu geben, wieder kreativ tätig zu sein.

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Neu waren auch diverse Programmpunkte rund um den Worringer Platz. In einer Tiefgarageneinfahrt konnten bunte Graffitis von über 40 Straßenkünstlern entdeckt werden, während in den Tiefen eines Hotelkellers an vier Virtual-Reality-Brillen das Tunnelsystem unter dem Platz begangen werden konnte. "In den seit 1994 geschlossenen Tunneln gibt es viel hochwertige Streetart. Wir wollen die Kunst virtuell zu einer vollständigen Ausstellung zugänglich machen", erklärt Thorben Meier, Organisator des Projekts. Philipp Hartmann zeigt sich begeistert: "Durch die Brille sieht man alles gestochen scharf. Das fühlt sich an, als wäre man echt in den Katakomben."

Die Konzert-Highlights

An vielen Orten konnten die Besucher sich nicht nur Kunstwerke anschauen, sondern auch musikalische Highlights genießen. Erstmals war in diesem Jahr die Alte Kämmerei am Marktplatz dabei, die mit einer Lichtinstallation und einem mehrstündigen Musikprogramm von Jazz bis Electro viele Besucher anlockte.

Den Klosterhof im Maxhaus füllten "Kirk Smith & Soul Brothers" mit stimmgewaltigem Soul auch die letzten Stehplätze mit begeisterten Zuhörern, während in der sonst ruhigen Mahn- und Gedenkstätte Irish-Folk-Blues der Düsseldorfer Band "Wilder Weizen" gespielt wurde.

Die Organisation

Die drei Bus-Shuttle-Linien bewährten sich auch in diesem Jahr wieder als zielsicheres Verkehrsmittel zwischen den Orten. "Die Organisation mit den Shuttle-Bussen war wieder super. Als alte Museen-Gänger suchen wir uns Events, die es sonst nicht gibt", erklärt Horst Heisig, der mit Ehefrau Helga seit der ersten Auflage dabei ist.

Doch besonders vor den großen Kunstmuseen, dem Aquazoo und dem Dreischeibenhaus bildeten sich lange Warteschlangen. Wer die Gemälde der Kunstsammlungen sehen wollte, musste rund 30 Minuten warten, für den Ausblick über Düsseldorf sogar fast zwei Stunden.

"So wenig wie in diesem Jahr haben wir noch nie gesehen", bedauert das Ehepaar, das eigentlich auf die Dachterrasse wollten. Die große Resonanz und vor allem die vielen jungen Leute, die ihnen in diesem Jahr aufgefallen sind, seien zwar schön, doch einige Programmpunkte seien durch die langen Warteschlangen flach gefallen. Helga Heisig: "Dem Charme der Nacht kann man trotzdem nicht widerstehen. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!"

Hier geht es zur Bilderstrecke: So schön war die Nacht der Museen 2018 in Düsseldorf

(RP)