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Düsseldorf: So kommt man in Adventsstimmung

Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit : So kommen wir in Adventsstimmung

Sonntag ist schon der zweite Advent. Es geht mit großen Schritten auf Weihnachten zu. Fünf Redakteure schildern, wie sie sich in die richtige adventliche Stimmung bringen: Sie hängen einen Herrnhuter Stern auf oder gehen in die Kirche.

Das zweite Weihnachtsfest unter Pandemie-Bedingungen steht vor der Tür. Fünf Redakteure berichten, wie sie trotz steigender Inzidenzen in Stimmung kommen.

Lichterschein Wenn ich nicht selbst in Adventsstimmung gerate, dann hilft nur noch, mich bei einem Abendspaziergang von der Vorfreude anderer anstecken zu lassen. Was die Nachbarn in ihren Fenstern und Vorgärten veranstalten, ist mitunter an Kitsch nicht zu überbieten. Laser werfen tanzende Schneeflocken an die Hauswand, in einem Fenster blinkt ein bunter Stern und ein Hausbesitzer hat so viele Lichterketten drapiert, dass man Angst hat, Piloten könnten das für Positionslichter der Landebahn halten. Doch viele Fenster mit liebevoll gepackten Adventspäckchen, üppig geschmückten Türkränzen und gebastelten Laternen lassen eine festliche Atmosphäre, eben Adventsstimmung, aufkommen. Diesen Anstoß brauche ich jedes Jahr und zurzeit besonders dringend, um in den Keller zu gehen, die Kartons mit den Weihnachtsschmuck zu holen,mein Heim adventlich zu dekorieren und bei einem Glas Glühwein zu genießen.  Julia Brabeck

Kirchenbesuch Advent ist noch nicht Weihnachten. Der Trend geht zum Vorzeitigen. Lebkuchen im September, geschmückte Tannenbäume gleich nach St. Martin. Manch einer hat Weihnachten an den Festtagen schon satt. Anders ist das in den Kirchen. Auf die Ankunft des Gottessohnes in Menschengestalt bereitet man sich dort in dezenten Schritten vor. Niemand will am ersten Advent die „Stille Nacht“ hören. Stattdessen startet man mit dem Klassiker „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Ein Lied der Vorbereitung, dessen Melodie das Berührende der vorweihnachtlichen Dezemberwochen spüren lässt. „Erst wenn ich dieses Lied höre, beginnt für mich der Advent“, bringt es ein Freund auf den Punkt. Wer die Gottesdienste, Messen und Andachten an den Adventswochenenden besucht, wird noch mehr von dieser Annäherung erfahren. Irgendwann tauchen Krippen auf, die, anfangs noch leer, den Weg nach Bethlehem spiegeln. Das Kind liegt erst am 24. auf seinem Stroh. Schrittweise auf Weihnachten zugehen – das macht den Advent wirklich schön. Jörg Janßen

Herrnhuter Sterne Kurz nach der Wende habe ich sie in Dresden zum ersten Mal wahrgenommen: die Herrnhuter Sterne. In allen Kirchtürmen dort leuchten sie, für mich das Adventssignal schlechthin. Es gibt sie schon seit 160 Jahren. Ursprünglich sollten sie Internatsschüler der protestantischen Herrnhuter Brüdergemeinde aus der Lausitz trösten, deren Eltern in aller Welt Missionsarbeit leisteten, und die beim Basteln der Sterne auch etwas über Mathematik und Geometrie lernten. Seit Ende des 18. Jahrhunderts werden die Sterne so hergestellt, dass man sie versenden kann. Seitdem leuchten sie überall in der Welt mit ihren patentierten 25 Zacken. Und selbst im größten Weihnachtstrubel, inmitten blinkender Kitschdeko, strahlt so ein Herrnhuter beschauliche Ruhe aus. Über meinem Balkon in Oberbilk leuchtet er weiß, ein bisschen wie der Stern von Bethlehem. Stefani Geilhausen

Eisbahn Nirgendwo kommt Düsseldorf einer kitschigen Weihnachtspostkarte näher als an der Eisbahn auf dem Corneliusplatz. Fröhliche Menschen ziehen ihre Runden, im Hintergrund leuchtet die festlich angestrahlte Königsallee. Erst wer mal die teilweise tristen Weihnachtsmärkte in umliegenden Städten besucht hat, weiß zu schätzen, was Düsseldorf hier auffährt. Die Eisbahn mag kein origineller Vorschlag sein, um ein wenig in Vorweihnachtsstimmung zu kommen. Aber: Es funktioniert, auch in diesen Tagen. Viel ist im Vorfeld über die Infektionsgefahr auf den Weihnachtsmärkten geschrieben worden, 2G am Eingang und natürlich Freiluft. Beneidenswert, wer es dazu noch schafft, auf Kufen eine gute Figur abzugeben. Ich habe es beim Zuschauen mit Glühwein belassen. Arne Lieb


Adventskranz Ein fertiges Exemplar kommt bei mir nicht auf den Tisch. Die Kiste mit Utensilien wird jedes Jahr voller. Denn Geschmäcker ändern sich zu jedem Weihnachtsfest. Die Frösche bleiben wieder mal in der Kiste, wie auch die Steck-Engelchen aus den 1950er Jahren, die im vergangenen Jahr den Kranz aus Tannenzweigen schmückten. In diesem Jahr gibt es in Erinnerung an die Wandertour durch die Lüneburger Heide einen Kranz aus Heidekraut, der noch mit ein paar Trockenblumen (total im Trend) verziert ist. Schade finde ich, dass man nur einen Adventskranz pro Haushalt braucht. Die Frösche warten schon echt lange auf ihr Comeback. Ich kann es immer kaum abwarten, die erste Kerze anzuzünden. Damit beginnt für mich die Vorweihnachtszeit. Andrea Röhrig