1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: So geht es der Ostparksiedlung 100 Tage nach der Flut

100 Tage nach der Flut : „Die Ereignisse haben uns zusammengeschweißt“

Mitte Juli richtete das Hochwasser in Düsseldorf große Schäden an. Die Ostparksiedlung war besonders betroffen – geht der Wiederaufbau voran und wie geht es den Familien heute?

Noch immer ist der Boden im Wohnzimmer nackt: Kein Parkett, sondern Erde haben die Fanters unter den Füßen, wenn sie durch das Erdgeschoss laufen. Hanna und Yann Fanter leben mit ihren zwei Kindern in der Ostparksiedlung, durch die die Düssel fließt. Der Bach wurde am 14. Juli zum reißenden Strom und trat über die Ufer. Kostenpflichtiger Inhalt Ein „Jahrtausendhochwasser“ hatte Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) es genannt.

Bei Familie Fanter drückte sich das Grundwasser hoch, kam sprudelnd aus dem Rasen. Auch viele andere Häuser in der Siedlung waren betroffen. Kostenpflichtiger Inhalt Die Anwohner waren tagelang auf den Beinen, das THW und die Feuerwehr waren im Dauereinsatz, dazu kamen viele freiwillige Helfer aus dem ganzen Stadtgebiet. Koordiniert wurden diese damals von Rolf Buschhausen, dem Vorsitzenden des örtlichen Kleingartenvereins. Das Vereinslokal wurde zur Kommandozentrale. Noch immer ist viel zu tun, sagt Buschhausen heute, „viele Schäden hat man erst Wochen später in ihrem ganzen Ausmaß erkennen können.“

 Rolf Buschhausen am Tag nach dem Hochwasser vor dem Vereinsheim des Kleingartenvereins der Ostparksiedlung.
Rolf Buschhausen am Tag nach dem Hochwasser vor dem Vereinsheim des Kleingartenvereins der Ostparksiedlung. Foto: Marlen Keß

Aber es macht sich auch Hoffnung breit. Die Vereinsgaststätte ist wieder in Betrieb, in Eigenregie haben die Mitglieder sie aufgeräumt und die Geräte instandgesetzt. Vor zwei Wochen gab es sogar ein kleines Sommerfest, mehr als 20 der freiwilligen Helfer aus der Flutnacht kamen dazu. „Die Ereignisse haben uns zusammengeschweißt“, sagt Bruchhausen, „der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft in der Siedlung sind immer noch sehr groß.“ Gemeinsam hoffe man darauf, Kostenpflichtiger Inhalt dass die Stadt wie angekündigt alles dafür tue, dass sich ein solches Ereignis nicht wiederholen kann.

  • Auch der Spielplatz im Ostpark war
    100 Tage nach dem Hochwasser in Düsseldorf : Noch weit entfernt von der Normalität
  • An der Rostocker Straße hatten Autofahrer
    Nach Überflutungen im Stadtgebiet : Düsseldorf will genauere Hochwasser-Prognosen
  • Fotos : Starkregen und Unwetter in Düsseldorf – Straßen und Keller stehen unter Wasser
  • Kunstwerk in Düsseldorf : Neue Farbe für die Nessy-Familie
  • Blick auf eine Siedlung aus den
    Junge Familie kauft altes Haus : Zukunft im alten Klever Wohngebiet
  • In Haan-Gruiten traten am 14. Juli
    100 Tage nach der Überschwemmung in Haan und Hilden : Betroffene kämpfen mit Folgen der Flut

Noch sind nicht alle Familien zurück in ihren Häuser, viele davon sind immer noch Baustellen. Kostenpflichtiger Inhalt So ist es auch bei den Fanters – die Feuchtigkeit steckte in den Wänden, unter dem Parkett, unter dem Estrich. Handwerker zu finden, die einen neuen Betonboden gießen, sei schwierig, sagt Yann Fanter, und das Haus trocknet nur langsam. Seit dem Hochwasser lebt die Familie günstig in einer Wohnung von Bekannten.

Zu Weihnachten wollten sie eigentlich wieder in ihr eigenes Haus zurückziehen. „Das wird eng“, sagt Yann Fanter. „Ich liege ungefähr drei Wochen zurück.“ Kommende Woche aber soll ein Estrichleger kommen – dann hätte die Familie wieder Boden unter den Füßen.