Düsseldorf: So entsorgt die Awista Weihnachtsbäume

Rund 90.000 Stück : So werden in Düsseldorf Weihnachtsbäume entsorgt

Bis zum 16. Januar sammeln die Mitarbeiter rund 90.000 Weihnachtsbäume am Straßenrand ein und bringen sie zum Häckseln nach Düsseldorf-Reisholz. Von dort aus geht es weiter zur Kompostierung.

Vor drei Wochen standen sie mit Kerzen und Kugeln geschmückt in den Wohnzimmern der Düsseldorfer, nun liegen sie unbeachtet und nadelnd am Straßenrand und warten auf ihre Kompostierung: Nach dem großen Fest am 24. Dezember ist nun das Ende für Weihnachtsbäume gekommen.

Seit dem 8. Januar und noch bis zum 16. Januar sind an den Werktagen 16 Fahrzeuge mit je drei Mitarbeitern der Awista in den Stadtteilen unterwegs und sammeln die Bäume ein. Fahrer Michael Kehrer sowie die Lader Sebastian Schlegel und Alem Formuli bilden einen der Trupps. Ihr Arbeitstag beginnt um 6 Uhr und endet um 14.18 Uhr. Ihre Strecke in Düsseltal ist von der Leitung nicht vorgegeben, Kehrer kennt die schnellsten Wege ohnehin aus dem Effeff. „Es gibt in Düsseldorf kaum eine Straße, auf der ich noch nicht unterwegs war“, sagt der 55-Jährige. Seit 26 Jahren arbeitet er bei der Awista. Die Abholung der Weihnachtsbäume gehört nicht nur wegen des angenehmen Geruchs zu seinen Lieblingsaufgaben im Jahr. Am Steuer des Entsorgungsfahrzeugs sieht er auf einem kleinen Monitor, wie seine Kollegen die Bäume am Heck des Wagens in eine Sammelwanne werfen. „Wenn mehrere Bäume auf einem Haufen liegen, steige ich aus und helfe. Wir sind ein Team“, sagt Kehrer. Ein hydraulisches Pressschild „zieht“ die Bäume aus der Wanne in den Laderaum und presst sie zusammen.

Michael Kehrer am Steuer des über 300 PS starken Awista-Entsorgungsfahrzeugs. Foto: RP/gaa

Nicht alle Bürger halten sich an den von der Awista vorgegebenen Abholtag und legen ihre aussortierten Weihnachtsbäume schon früher an die Straße. „Ich wohne in Flingern, da werden die Bäume erst am 16. Januar abgeholt – da kann ich mir fast schon wieder einen neuen kaufen“, sagt ein Mann und nimmt ein Verwarngeld zwischen 20 und 40 Euro in Kauf: „Wie will man denn nachweisen, dass es mein Baum war?“ Peter Schilkowski, Disponent bei der Awista, sagt: „Eine Kontrolle ist in der Tat schwierig. Man muss jemanden schon auf frischer Tat ertappen, sonst hat man keine Chance.“

Morgens in der Dunkelheit, wenn vor dem Berufsverkehr zunächst die Hauptstraßen angefahren werden, ist Kehrer am Steuer am meisten gefordert. Er beschwert sich über rücksichtslose Autofahrer, darf Fahrradfahrer und E-Scooter-Fahrer aus über zwei Meter Höhe nicht übersehen. Wenn er einmal an Bäumen am Straßenrand vorbeifährt, dann melden sich Schlegel und Formuli hinten über eine Klingel und geben ihm das Signal zum Anhalten.

Das Ende eines Weihnachtsbaums: Nach der Abladung kommen die Bäume direkt in einen großen Häcksler. Foto: RP/gaa

Kehrer, Schlegel und Formuli haben nun in ihrem Gebiet in Düsseltal ihre Arbeit erledigt. Im Durchschnitt sammelt das Trio etwa fünf Tonnen Weihnachtsbäume pro Tag. Jetzt ist es auf dem Weg nach Reisholz, wo auf dem Entsorgungshof der Firma Remondis, einem Partner der Awista, von den Bäumen nicht mehr viel übrig bleibt: Kehrer öffnet die Heckklappe des Wagens, so dass die Bäume hinausfallen. Ein Greifer nimmt sie auf, lädt sie in einen großen Häcksler und es bildet sich ein meterhoher Haufen aus geschredderten Weihnachtsbäumen – diesen letzten Weg nehmen gut 90.000 Weihnachtsbäume aus Düsseldorf. Für die Kompostierung werden die „transportoptimierten“ Überreste der Weihnachtsbäume, etwa 750 Tonnen, anschließend zur Kompostierung nach Hamm und Ratingen gefahren. Die Verarbeitung zu Kompost ist der nachhaltigste Weg zurück in die Landwirtschaft.