Düsseldorf: Sexueller Übergriff in Linienbus - Zeuge stellt Täter

Düsseldorfer in Haft : Zeuge stellt Täter nach sexuellem Übergriff in Linienbus

Der Grapscher verfolgte die 18-Jährige, nachdem sie in Düsseldorf-Unterrath aus dem Bus ausgestiegen war. Er ist einschlägig aktenkundig. Am Mittwoch schickte ihn ein Richter in U-Haft.

Die junge Frau war am Dienstagabend gegen halb acht auf dem Heimweg. Am Freiligrathplatz stieg ein Fremder ein, setzte sich neben sie, legte sofort seine Hand auf den Oberschenkel der 18-Jährigen und begann, sie zu streicheln. Bei der nächsten Gelegenheit floh die entsetzte Schülerin aus dem Bus – und musste feststellen, dass der Mann ihr folgte. Geistesgegenwärtig rief die 18-Jährige ihre Mutter an, die ihr sofort entgegenlief.

Als die Mutter an der Hamborner Straße ihre Tochter und deren Verfolger sah, brüllte sie den Grapscher an, der daraufhin davonrannte. Ein Zeuge, der das mitbekam und die Situation erkannte, verfolgte den Mann, konnte ihn auf dem Lichtenbroicher Weg stellen und der zwischenzeitlich alarmierten Polizei übergeben.

Bei den Behörden ist der Täter kein Unbekannter. Der 38-jährige Düsseldorfer sei in den vergangenen Jahren immer wieder wegen sogenannter niederschwelliger Sexualdelikte und wegen exhibitionistischer Handlungen in Erscheinung getreten. Am Mittwoch reichte es nun auch der Staatsanwaltschaft: Sie führte den Wiederholungstäter dem Haftrichter vor, der am Abend einen U-Haftbefehl erließ.

Die Zivilcourage des Zeugen erinnert an einen spektakulären Fall vor 20 Jahren. Damals war eine Studentin aus einer Straßenbahn in einen Hinterhof gezerrt und vergewaltigt worden. Als sie sich losreißen konnte, suchte sie vergeblich Hilfe bei den Insassen eines Autos. Der Vergewaltiger konnte sie so erneut überwältigen und sich ein zweites Mal an ihr vergehen.

Keiner der Zeugen aus dem Auto und aus der Bahn hatten sich je bei der Justiz gemeldet. Der Fall von „Melanie D.“ sorgte für eine beispiellose Diskussion in der Stadt, in deren Folge die Kampagne „Düsseldorfer Courage“ ins Leben gerufen wurde, die bis heute besondere Zivilcourage auszeichnet.

Im Fall der Vergewaltigung im Hofgarten haben sich bislang keine Zeugen gefunden. Am frühen Samstagmorgen war eine 51-jährige Wuppertalerin nach einem Altstadtbesuch von zwei bis drei nordafrikanisch aussehenden Männern vergewaltigt worden. Gestern befragten Kripobeamte das Opfer am Tatort im Hofgarten. Um Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon 0211 8700 wird weiter gebeten.

Mehr von RP ONLINE