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Düsseldorf: Schwerpunktkontrolle gegen Maskenverweigerer in Rheinbahn

Schwerpunktkontrolle in Düsseldorf : 37 Maskenmuffeln in Bahnen droht ein 150-Euro-Bußgeld

Gemeinsam sind Rheinbahn, Ordnungsamt und Polizei am Montag gegen Maskenverweigerer in Bahnen vorgegangen. Die Aktion war unangekündigt und soll wiederholt werden. Ein Fahrgast war so verärgert, dass ihm nun mehr als ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro droht.

Sie kam unangekündigt und hat so manchen Maskenverweigerer überrascht: Die Rheinbahn, der Ordnungs- und Servicedienst des Ordnungsamts (OSD) und die Polizei gingen in einer gemeinsamen Aktion am Montagabend gegen Verstöße der Maskenpflicht in Bahnen vor.

Überprüft wurden über einen Zeitraum von dreieinhalb Stunden rund 100 Fahrzeuge der Stadtbahnlinien U71, U72, U73, U83, der Straßenbahnlinien 701, 705, 706, 708, 709 sowie der Buslinien 738 und 834. Das Ergebnis: Gegen 37 Fahrgäste wurde wegen Verstoßes gegen die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro verhängt. 16 weitere Personen, meist Minderjährige, kamen mit einer mündlichen Verwarnung davon.

Die Einsatzkräfte positionierten sich jeweils für eine gute Stunde an den Haltestellen Schadowstraße, Wehrhahn und Birkenstraße. Den insgesamt 35 Einsatzkräften gingen an der Schadowstraße fünf Maskenverweigerer ins Netz, am Wehrhahn waren es 15 und an der Birkenstraße 17. Sie müssen nun mit dem Bußgeld rechnen, haben aber noch die Möglichkeit, schriftlich Einspruch einzulegen

Ein Mann am Wehrhahn war dermaßen über die Kontrolle verärgert, dass er die Mitarbeiter des OSD wüst beschimpfte. Die Folge: Er handelte sich zusätzlich eine Anzeige wegen Beleidigung ein.

Dieser Vorfall war aber die Ausnahme. „Die meisten reagieren verständnisvoll, wenn sie erwischt werden“, berichtete ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Rheinbahn: „Viele tragen ihre Maske nur unter dem Kinn und haben nie die Absicht, sie richtig zu tragen. Dann können sie sich auch nicht beschweren“, fügte er hinzu.

Die Kontrolleure schauten bei der Einfahrt der Bahnen in die Waggons und fischten dann die Maskenmuffel heraus. Sie waren über Funk verbunden und gaben sich an den Gleisen verteilt Hinweise. Foto: RP/gaa

Am Wehrhahn sprach der OSD drei mündliche Verwarnungen gegen Minderjährige und diverse Belehrungen aus. Ein 14-Jähriger aus Mettmann, der ohne Maske in der Bahn Richtung Stadt unterwegs war, kam aus sozialen Aspekten mit einem blauen Auge davon. Manchmal erreiche man mit einem Lachen mehr, als wenn man die Bürokratie durchsetze, sagte der gnädige OSDler. Weniger Glück hatten zwei weibliche Teenager mit Einkaufstüten, die den Mund-Nasen-Schutz falsch beziehungsweise gar nicht aufgesetzt hatten.

Eine Frau bat darum, von dem Bußgeld abzusehen. Doch da sie nur ein Plastikvisier, ein sogenanntes Face Shield, über ihrem Mund trug, das nicht den Schutz einer Maske bietet und deshalb laut Verordnung nicht ausreicht, wird auch sie bald einen Brief nach Hause bekommen. „Mein Gott, 150 Euro soll das kosten?“, fragte sie ungläubig den Kontrolleur.

Ein Mann war zwar ohne jeden Schutz unterwegs, konnte aber ein ärztliches Attest vorzeigen, dass er aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss. Mit freundlichen Grüßen durfte er seine Fahrt fortsetzen.

Düsseldorfs Ordnungsdezernent Christian Zaum hofft, dass die Schwerpunktkontrolle eine abschreckende und eine aufklärende Wirkung erzielt. Das Bußgeld von 150 Euro zeige, dass das Verweigern der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen auf engem Raum „kein Kavaliersdelikt“ ist.

Die Rheinbahn unterstützt die schärfere Gangart des Landes, denn sie sei im Interesse der großen Mehrheit der Fahrgäste, die die Maskenpflicht eigenverantwortlich umsetzen. Rheinbahn-Sprecher Thomas Kötter sagt: „Es geht nicht darum, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, sondern um andere und sich zu schützen. Mehr als 90 Prozent der Menschen sind auch diszipliniert und halten sich an die Regeln.“

Die Schwerpunktkontrolle am Montag soll keine Ausnahme gewesen sein. Die Rheinbahn-Kunden müssten in den nächsten Wochen im gesamten Bediengebiet damit rechnen, dass jederzeit die nächste Aktion zusammen mit der Polizei und dem OSD stattfindet.