Düsseldorf: Schönheitsarzt hat keinen Doktortitel

Strafbefehl gegen Düsseldorfer Mediziner : Schönheitsarzt hat keinen Doktortitel

Der Arzt warb auf seiner Homepage mit dem Titel „Dr. med.“, den er laut Ärztekammer nicht tragen darf. Der Mediziner stand zuletzt im Fokus, da zwei seiner Patientinnen nach einer Po-Vergrößerung verstorben waren.

Der Düsseldorfer Schönheitsarzt, der mit zwei Todesfällen von Patientinnen in Zusammenhang gebracht wird, führt seinen Doktortitel offenbar zu Unrecht. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hatte zwei Todesermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem zwei Patientinnen nach Po-Vergrößerungen bei ihm gestorben waren. Der Mediziner soll auf seiner Homepage sowie in sozialen Netzwerken mit dem Titel „Dr. med.“ geworben haben, obwohl er diesen Titel überhaupt nicht verwenden darf. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Die Ärztekammer Nordrhein bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass der Mediziner den Titel nicht tragen darf.

Ende Juni wurde deshalb beim Düsseldorfer Amtsgericht ein Strafbefehl wegen Missbrauchs von Titeln gegen ihn erlassen, verbunden mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 150 Euro. Gegen diese Entscheidung legte der Arzt Einspruch ein, sodass nun am 2. August im Amtsgericht über den Sachverhalt verhandelt werden soll. Je nach Ausgang sind auch berufsrechtliche Konsequenzen möglich.

In den Fällen der beiden verstorbenen Frauen gibt es dagegen keine neuen Erkenntnisse zur genauen Todesursache, die Obduktionsergebnisse liegen noch immer nicht vor. Der betroffene Arzt war weiterhin nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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