Düsseldorf: Scharrenbach sieht neues Bauland als Weg zu bezahlbaren Wohnungen

Wohnungsmarkt Düsseldorf : Ministerin sieht mehr Bauland als Weg zu bezahlbaren Wohnungen

Im Wirtschaftsclub in den Schadow Arkaden plädierte die Ministerin für die Ausweisung von Bauland und betonte die Verantwortung der Kommunen.

Die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) sieht die Ausweisung von Bauland als einen entscheidenden Weg zu mehr bezahlbarem Wohnraum in begehrten Kommunen. Nur mit Verdichtung und dem nachträglichen Ausbau von Dachgeschossen sei dieses Ziel nicht zu erreichen, sagte die Ministerin am Montagabend im Wirtschaftsclub in den Schadow Arkaden: „Die Kommunen brauchen auch den Willen, zu bauen und zu wachsen.“

Das sei nicht immer der Fall, fügte sie hinzu: Gerade im Umfeld großer Städte wie Düsseldorf oder Köln gebe es oftmals die Befürchtung, dass neue Bürger „nur zum Schlafen“ in einen kleinen Nachbarort ziehen, dort aber nicht ihr Geld ausgeben und sich auch nicht einbringen wollten.

In dem Gespräch mit Moderator

Thomas Schüttken vom Veranstalter Böcker Immobilien lehnte Scharrenbach die Debatte über eine Enteignung gewinnorientierter Immobilienkonzerne rundweg ab. „Davon halte ich nichts“, sagte sie. Letztlich helfe nur ein Mehr an Wohnraum, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den Griff zu bekommen. „Natürlich ist dieser Ansatz kein kurzfristiger.“ Für Düsseldorf wies sie zudem darauf hin, dass auch in Nachbarstädten Wohnraum gebaut wird, der sich für Pendler eignet. So werde versucht, aus dem Düsseldorfer Norden „Leute an die sechs Seen nach Duisburg zu bekommen“. In Duisburg-Wedau gibt es auf nicht mehr benötigten Bahnflächen ein riesiges Stadtentwicklungsprojekt, bei dem auf einem rund 60 Hektar großen Areal insgesamt rund 3000 Wohneinheiten entstehen sollen. Über die B8N ist der Düsseldorfer Norden an Duisburg angebunden.

Nicht einlassen mochte sich Scharrenbach auf die These des Moderators, dass mancherorts auch die Bezirkspolitiker das Problem seien – weil sie zwar neuen günstigen Wohnraum forderten, jedoch am liebsten nicht vor der eigenen Haustür. „Zur kommunalen Selbstbestimmung gehört auch die Planungshoheit: Nur dort wird entschieden, wo gebaut wird, wie hoch gebaut wird und in welcher Qualität gebaut wird“, sagte die Ministerin. Zudem treffe letztlich nicht die Bezirksvertretung die Entscheidung, sondern der Stadtrat: „Und der steht ja jedem offen“, sagte sie an Schüttken gewandt.

Neben dem Bauland sieht die Ministerin noch einige andere relevante Faktoren, um die schnelle Schaffung von mehr günstigen Wohnungen zu unterstützen. So müsse das Bauplanungsrecht schneller werden. Die Konditionen für geförderten Wohnraum habe man bereits modernisiert und so viel Geld für die Schaffung und Erhaltung von preisgebundenem Wohnraum bereitgestellt wie nie zuvor in NRW. Ausgebremst wird manches Bauprojekt aktuell aber durch die sehr gute Auslastung vieler Bau- und Handwerksfirmen – viele können neue Aufträge nicht sofort ausführen.

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