Düsseldorf: Rheinbahn gewährt 37 Mitarbeitern lebenslanges Job-Anrecht

Passus in Verträgen fehlt : Düsseldorfer Rheinbahn gewährt 37 Mitarbeitern lebenslanges Job-Anrecht

Dutzende Mitarbeiter der Düsseldorfer Rheinbahn haben das Anrecht auf ein lebenslanges Arbeitsverhältnis. Hintergrund ist ein Formulierungsfehler in den Arbeitsverträgen.

Zwischen 1980 und 2001 sei mehrfach fälschlicherweise eine alte Vertragsversion genutzt worden, sagte der Sprecher der Rheinbahn AG, Georg Schumacher am Montag. In dieser Version habe der Artikel gefehlt, der den Vertrag mit Eintritt in das Rentenalter automatisch beende. Der „Express“ hatte zuvor berichtet.

Laut Schumacher gab es rund 100 „Papst-Verträge“. Aktuell bestehen noch 37. Wie viele von ihnen bereits das Renteneintrittsalter erreicht haben, sei noch unklar. Die Verträge bestehen quer durch das Unternehmen und betreffen nicht eine bestimmte Sparte. Das Problem war bei der Rheinbahn seit einigen Jahren bekannt. Einem Mitarbeiter war der Fehler aufgefallen.

Demnach dürften die Mitarbeiter lebenslang für die Rheinbahn arbeiten und dürften nicht gezwungen werden, in Rente zu gehen. Schumacher zufolge entstehen für das Unternehmen durch die „Papst-Verträge“ keine Konsequenzen. „Nur wer nach Erreichen des Renteneintrittsalters auch weiter arbeitet, bekommt auch sein Gehalt“, sagt Schumacher.

Aufgrund des demografischen Wandels fehlten oft Mitarbeiter. Wenn Menschen daher länger arbeiten wollen als sie müssten, sei das kein Problem.

Nach Angaben des Düsseldorfer Rechtsanwaltes André H. Tüffers kommen solche Fälle wie bei der Rheinbahn häufiger vor. „Manche Unternehmen vergessen es einfach, das explizit in den Arbeitsverträgen zu formulieren. Früher ist das auch nicht weiter aufgefallen. Da waren die meisten Arbeitnehmer vor, in Rente gehen zu können“, sagte der Fachanwalt für Arbeitsrecht. Mittlerweile hätte sich das aber aufgrund des niedrigen Rentenniveaus geändert, viele Mitarbeiter blieben freiwillig über das eigentliche Renteneintrittsalter hinaus in den Betrieben. „Wenn ein Unternehmen in solche Fällen den Mitarbeiter aber trotzdem los werden möchte, muss es ihm kündigen. Aber dafür benötigt man einen Kündigungsgrund. Und der wird nicht so einfach zu finden sein. Daher müsste sich das Unternehmen mit dem Mitarbeiter über eine Abfindung einigen“, so Tüffers.

(arl/csh/mba/dpa)
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