Amtsgericht Düsseldorf Jungjurist muss wegen Aktenschlamperei 600 Euro zahlen

Düsseldorf · Als Jungjurist in Ausbildung hat sich ein Düsseldorfer Referendar zwei schwere Pannen geleistet. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, eine falsche Krankmeldung eingereicht zu haben. Darüber hinaus gab er Akten zu spät zurück. Nun stand er selbst vor dem Richter.

Akten, die der Referendar von seinem Ausbilder erhalten hatte, sollen neun Tage später als vorgesehen zurück gegeben worden sein.

Akten, die der Referendar von seinem Ausbilder erhalten hatte, sollen neun Tage später als vorgesehen zurück gegeben worden sein.

Foto: dpa/Lando Hass

(wuk) Ein Jungjurist, der während seiner Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft vier Ermittlungsakten tagelang zurückgehalten hatte, ist vom Amtsgericht wegen Verwahrungsbruchs schuldig gesprochen worden. Weil der 29-Jährige für eine Krankmeldung ein aus dem Internet herunter geladenes Attest eines Arztes vorgelegt hatte, dem er nie begegnet war, wurde er auch deswegen verurteilt. Als Gesamtstrafe setzte der Richter gegen den Rechtsreferendar jetzt 30 Tagessätze zu je 20 Euro fest, also insgesamt 600 Euro.

Die äußeren Tatabläufe hatte der 29-Jährige zugegeben, doch eine strafbare Schuld sah er bei sich nicht. Er sei zum Zeitpunkt seiner Erkrankung im Iran gewesen, habe kein Attest eines deutschen Arztes vorlegen können, was vom Gesetz auch gar nicht gefordert sei. Und die vier vermissten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft habe er ja nur neun Tage zu spät brav zurückgegeben, indem er sie einem anderen Referendar zur Rücklieferung mitgab. Der Richter wäre bereit gewesen, die Verfahren gegen den 29-Jährigen wegen „geringer Schuld“ gegen eine Geldauflage einzustellen. Doch der Angeklagte lehnte das ab, beharrte auf einem Freispruch. Dazu konnte sich der Richter  nicht durchringen und verhängte die erwähnte Geldstrafe. Es ist damit zu rechnen, dass der Referendar  Berufung einlegen wird.