Verkehr in Düsseldorf Rat entscheidet im Juni über Radschnellweg-Trasse

Düsseldorf · Seit mehr als zwölf Jahren wird über den Bau eines Radschnellwegs diskutiert, der auf einer knapp 30 Kilometer langen Strecke Neuss, Düsseldorf und Langenfeld verbinden soll. Wie die aktuelle Planung aussieht.

 Die Stadt Monheim ist bei der Umsetzung des Radschnellwegs (Benrather Straße) vorgeprescht und hat ohne Zuschüsse angefangen zu bauen.

Die Stadt Monheim ist bei der Umsetzung des Radschnellwegs (Benrather Straße) vorgeprescht und hat ohne Zuschüsse angefangen zu bauen.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Seit mehr als zwölf Jahren wird über den Bau eines Radschnellwegs diskutiert, der auf einer knapp 30 Kilometer langen Strecke Neuss, Düsseldorf (-Süd) und Langenfeld verbinden soll. Immerhin hat er schon einen Namen bekommen: RS5. Weit gekommen ist man bei der Umsetzung nicht. Und die Kleine Kommission Radverkehr in Düsseldorf informierte die Politik jetzt auch darüber, dass eine Realisierung zur Landesgartenschau in Neuss 2026 als unrealistisch eingestuft wird.

Dabei kann Neuss mit gut 1,5 Millionen Euro aus dem Nahmobilitätsprogramm des Landes rechen, um damit einen ersten Abschnitt mit einer Länge von 830 Metern umsetzen zu können. In drei Planungs- und Bauabschnitten hat die Neusser Verwaltung die 2,7 Radweg-Kilometer eingeteilt. Der erste Zuschuss deckt den größten Teil der Baukosten für die am Ende vier Meter breite „Fahrradautobahn“, die auf diesem Neusser Stück auf 1,6 Millionen Euro geschätzt werden.

Eine konkrete Kostenschätzung für die Umsetzung in Langenfeld gibt es noch nicht. Die Langenfelder sind Teil der gemeinschaftlich agierenden Kommunen unter der Regie des Landesbetriebs Straßen NRW, der im Oktober 2020 das behördliche Abstimmungsverfahren für die Streckenführung begann.

„Mit dem Baubeginn ist frühestens 2028 zu rechnen“, erklärte jetzt Petra Kröger vom städtischen Klimaschutzteam. „Wir in Langenfeld sind nur nachrangige Ansprechpartner, zuständig ist das Land NRW und als Baulastträger Straßen NRW.“ Die von Straßen NRW auf Langenfelder Stadtgebiet geplante Streckenführung fand bisher keine Zustimmung in der dortigen Politik. Aktuell werden dort weitere alternative Streckenführungen geprüft und bewertet. Eine Vorentwurfsplanung könnte dort Mitte 2025 vorliegen.

Und auch in Düsseldorf steht der genaue Streckenverlauf noch immer nicht fest. Es hakt an zwei Stellen: einmal im Stadtbezirk 3, wo die BV3 den Radschnellweg nicht entlang des Deiches führen will, und im Stadtbezirk 10, wo die Politiker die Trasse in Hellerhof entlang der Gleise haben möchten.

Hierzu heißt es im Bericht der Kleinen Kommission: „Von Norden kommend führt der RS5 entlang der Koblenzer Straße. Die Gleistrasse und die A59 werden unterquert und im weiteren Verlauf führt sie westlich entlang der Frankfurter Straße in Richtung Süden. Der heutige Geh- und Radweg wird ausgebaut. Nach der Querung des Garather Mühlbachs mittels eines neuen Brückenbauwerks wird der RS5 wieder an die Frankfurter Straße herangeführt bis zum Hellerhofweg.

Dort trifft er auf die ursprüngliche Trasse und verläuft von dort weiter in Richtung Langenfeld. Aufgrund des geringen Abstands zwischen Frankfurter Straße und dem Damm der A59 wird entweder der Bau einer Stützwand oder der Versatz der Frankfurter Straße in Richtung Osten erforderlich, um den Radschnellwegstandard einzuhalten.“

Die Vorteile dieser Variante liegen laut Verwaltung „in dem besseren Anschluss an den Langenfelder Radschnellweg durch eine direktere Linienführung. Im Vergleich zur Streckenführung westlich der Gleistrasse ist die Anzahl der erforderlichen Bauwerke geringer und es bestehen keine Konflikte mit anderen städtischen Projekten.“

Zudem gibt es einen Zeitplan, der jetzt den Mitgliedern des Stadtrates vorgestellt wurde: Ende April werden die Bezirksvertretungen 3 und 10 angehört. In der Mai-Sitzung wird die Bezirksvertretung 9 informiert, die dem Linienverlauf bereits zugestimmt hat. Anfang Juni berät der Ordnungs- und Verkehrsausschuss, der Rat soll am 27. Juni beschließen.

Es werde die europaweite Ausschreibung einer Projektsteuerung angestrebt, die die Verwaltung bei der zeitlichen Überwachung und Koordinierung der Projekte unterstützen solle, heißt es in der Informationsvorlage. Ziel sei es, einen Generalplaner zu finden, der später auch bei der Erstellung der Leistungsverzeichnisse und Vergabeunterlagen sowie bei der Betreuung des Vergabeverfahrens unterstützte. Im zweiten Schritt muss das Land noch dem Linienverlauf zustimmen.

Der Radschnellweg hat auf Düsseldorfer Gebiet eine Gesamtlänge von 18 Kilometer, neun Streckenabschnitte müssen erstellt werden. 2023 wurden Zuwendungen für vier von sechs Abschnitten zu den Planungskosten in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro für den Zeitraum von 2024 bis 2026 bewilligt. Der späteste Baustart ist laut Zuwendungsgeber das Jahr 2027. Also müssen die Kommunen jetzt kräftiger in die Pedale treten.

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