Düsseldorf: Provokative Werbung von Füchschen überklebt

Wegen Sexismus-Vorwürfen : Werbung von Füchschen in Düsseldorf überklebt

Seit Tagen sorgt eine aktuelle Werbung der Düsseldorfer Füchschen-Brauerei für Aufruhr. Der Vorwurf: Sexismus. An einer Litfaßsäule in Düsseldorf haben sich nun Kritiker Luft gemacht und die Werbung mit einer sehr eindeutigen Aussage beklebt.

Nach der Politik und dem Werberat, machen jetzt auch Anwohner in Düsseldorf ihrem Ärger Luft. Dort wurde das Füchsen-Werbeplakat auf einer Littfaßsäule kurzer Hand mit Aufklebern überklebt. Es zeigt eine Füchsin, die mit einem Steak auf der Gabel auf einem Grillrost wippt. Betitelt wurde das Plakat mit: „Medium rare oder richtig durch nehmen?“. Darüber klebten Unbekannte nun zwei große Aufkleber mit den Worten: „Sexismus schmeckt scheiße!!!“.

Die Aktion wurde im Nett-Werk Düsseldorf auf Facebook geteilt. Dabei steht: „In Düsseldorf entdeckt. Da wollte sich wohl jemand die sexistische Werbung von Füchschen nicht gefallen lassen...“. Innerhalb von sieben Stunden erhielt der Post 134 Reaktionen und 154 Kommentare. Die fielen extrem unterschiedlich aus und reichten von „Ich finde die Werbung garnet so schlimm. Man kann sich auch anstellen“, bis zu „Voll lustig“. Am Dienstagmorgen waren an der Litfaßsäule allerdings nur noch Klebereste zu sehen. Offenbar wurden die Überklebungen wieder entfernt.

Wesentlich eindeutiger sahen das in den letzten Tag Politikerinnen fast aller Landtagsfraktionen. Zwar ist die Brauerei Füchschen für ihre provokative Comic-Werbung bekannt, in diesem Fall handele es sich jedoch offenkundig um eine Inszenierung als reines Sexobjekt, schrieben die Politikerinnen in einem offenen Brief. Die Werbung sorgte für so viel Aufsehen, dass sich inzwischen auch der Werberat eingeschaltet und von der Brauerei eine Erklärung gefordert hat.

Brauerei-Chef Peter König hält die Kritik an dem Plakatmotiv für übertrieben. Er könne in dem umstrittenen Entwurf keine Objektivierung von Frauen oder ihre Herabwürdigung zum Sex-Objekt entdecken, sagte König unserer Redaktion. Demnach plant die Brauerei bereits eine weitere provokante Werbung.

Eine Entscheidung des Werberates wird in den kommenden Tagen erwartet. Sollte die Brauerei aufgefordert werden, die Werbung zu ändern, wäre das allerdings nicht bindend.

(ham)
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