Düsseldorf: Pro und Contra zu den neuen Stadtstränden in der Landeshauptstadt

Pro und Contra: Sind die neuen Stadtstrände gut für Düsseldorf?

Viel hat die Politik über die geplanten neuen Stadtstrände gestritten. Grüne und CDU erklären ihre Sicht auf die Dinge und erklären, warum sie für, beziehungsweise gegen die Konzepte der Firma „Küssdenfrosch“ sind.

Ja, solche Stadtstrände sind gut für Düsseldorf, findet Iris Bellstedt (Grüne):

Iris Bellstedt ist Ratsfrau der Grünen. Foto: Grüne Düsseldorf

Warum lieben wir das Fortuna-Büdchen am Rhein, die Florabar in Bilk oder die Parklife-Picknicks? Sie schaffen öffentliche Orte, an denen wir gerne verweilen und uns mit Freundinnen und Freunden treffen. Wir können uns dort etwas zu Essen oder zu Trinken holen – müssen aber nicht. Alles in entspannter Atmosphäre. An diesen Orten wird der Düsseldorfer Slogan „Nähe trifft Freiheit“ erlebbar.

Die drei neuen Stadtstrände von „Küss den Frosch“ werden weitere solche Orte schaffen. Am Robert-Lehr-Ufer unterhalb des Rheinparks werden Eiswagen, Getränke und Food-Trucks angeboten, Kinderspielflächen geschaffen und Strand-Möbel verliehen. Am Tonhallenufer unter der Oberkasseler Brücke wird es ganz anders aussehen. Wo heute schon eine Skateranlage steht, geht es um Bewegung und Kultur. Ein Ort, an dem wir heute lieber schnell weiter gehen, wird mit Straßentheater, Tanzabenden oder Modeschauen erobert und mit Leben gefüllt.

 Auch auf der Wiese am KIT wird der Stadtstrand neue Angebote machen, ohne etwas wegzunehmen. Wir können uns schicke Strandmöbel ausleihen oder uns einfach so auf die Wiese setzen. Wir können uns einen Drink kaufen oder unsere eigenen Getränke mitbringen. Wir können die wechselnden Angebote der Food-Trucks ausprobieren, oder mit einem Imbiss von zu Hause auf die Wiese kommen. Wir können auch einfach nur auf der Wiese sitzen, auf den Rhein gucken und den Sonnenuntergang genießen. Alle Stadtstrände bleiben öffentlich. Ohne Zäune, ohne Verzehrzwang. Positiver Nebeneffekt: An allen drei Standorten gibt es zusätzliche Toiletten.

Auf Höhe der Altstadt gibt es bereits Gastronomie am Rheinufer. Das Konzept der Kasematten haben wir immer kritisiert, denn es hat tatsächlich viel Masse aber wenig Klasse. Daher sind bei den neuen Stadtstränden laute Party-Angebote und ausufernde Werbung ausgeschlossen. Daher gibt es wechselnde gastronomische Angebote. Daher wird Müll vermieden durch Mehrweg-Systeme für Getränke und Imbiss. An dieser Stelle ein großes „Danke“ an die kreativen Köpfe von „Küss den Frosch“ für die mutigen und innovativen Ideen der neuen Stadtstrände!

Auf einem guten öffentlichen Platz bleiben die Leute viel länger als geplant. Dieser Spruch, frei nach dem dänischen Stadtplaner Jan Gehl, passt gut zum Fortuna-Büdchen oder zur Florabar. Ich bin davon überzeugt, dass er auch zu den neuen Stadtstränden passen wird. Sie werden ungezwungen sein, uns zum Verweilen einladen und damit gut zum Düsseldorfer Lebensgefühl passen.

Nein, solche Stadtstrände sind nicht gut für Düsseldorf, findet Rüdiger Gutt (CDU):

Rüdiger Gutt ist Fraktionschef der CDU im Stadtrat. Foto: Laurence Chaperon

Als vor einiger Zeit erstmals das Wort „Stadtstrand“ im Rat fiel, glaubten wir, „Monkey’s Island“ bekäme einen Nachfolger. Sand, Wasserblick, Beach Feeling – sofort sah man die alten und die neuen Bilder vor sich. Die CDU-Fraktion findet die Idee grundsätzlich charmant und richtig für Düsseldorf. Als Standort wäre dafür der Medienhafen mittelfristig sehr gut geeignet. Aktuell geht es aber um die Rheinuferpromenade. Dort hat die Verwaltung konkret den Rheinpark Golzheim, das Tonhallenufer und die Wiese vor dem KIT vorgeschlagen. Sandstrände wird es da aber nicht geben, sondern, um genau zu sein, drei Eventflächen.

Unzufrieden sind wir mit der Container-Lösung, die der Betreiber auf der Rheinweise vor dem KIT vorsieht. Als uns Illustrationen von Seecontainern gezeigt wurden – mal mehr-, mal einstöckig –, kamen uns große Zweifel. Wir sagen: Zu Düsseldorfs schönster Promenade passen keine gestapelten Lagerbehälter.

Die Rheinweise ist schon heute ein beliebter Treffpunkt für viele. Wir möchten daraus keine überlaufene Eventfläche machen, wo schwere Aufsteller den Grasboden zerstören und sich der Partymüll häuft. Dann würde dieses einzigartige Stück Uferlandschaft nachhaltig leiden.

Ein erhebliches Problem stellt auch der Vertrag zwischen Stadt und Betreiber dar. Dabei kommt die Stadt schlecht weg. Darum haben wir im Rat gefordert, dass die Verwaltung nachverhandelt. Sie soll eine angemessene Pacht für die Flächen verlangen. Ganz wichtig ist für uns, dass sich die Stadt eine Ausstiegsklausel insbesondere bei Vertragsverletzungen vorbehält. Das ist bei solchen Verträgen üblich. Unsere Forderungen fanden leider im Rat keine Mehrheit.

Politik in Düsseldorf hat Verantwortung: Sie muss genau hinsehen, wenn die Stadt den öffentlichen Raum an Private für Veranstaltungen vermietet. Sicherheit, Lärmschutz, Umweltverträglichkeit, positive Effekte für die Stadtkasse: Für die CDU-Fraktion hat stets das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger Vorrang. Dabei achten wir auch auf Format und Qualität von Events. An die „Stadtstrände“, zumal sie an zentralen Punkten vor der malerischen Rheinkulisse liegen, hatten wir von Anfang an hohe gestalterische Ansprüche.

Auch wissen wir bis heute nicht genau, was uns erwartet. Bislang wurden uns nur Skizzen und Beispielbilder von Containern, Liegestühlen und Beachclubs vorgelegt.

Insgesamt sehen wir mehr Nachteile als Vorteile für die Stadt und die Menschen bei den geplanten „Stadtstränden“.

Mehr von RP ONLINE