Düsseldorf: Polizei will mit Puppentheater Unfälle verhüten

Verkehrserziehung für Kinder : Mit der Puppenbühne zu mehr Sicherheit im Verkehr

Die Polizeipuppenbühne will mit ihrem neuen Stück „Abenteuer Schrottplatz“ Kindern spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr vermitteln. Am Mittwoch wurde das Stück in der Heinrich-Heine-Grundschule erstmalig aufgeführt.

Als der Vorhang sich öffnet und den Blick auf die Bühne freigibt, geht ein lautes „Wow!“ durch die Reihen von Erstklässlern und Vorschulkindern in der Aula der Heinrich-Heine-Grundschule. Die rund 130 Kinder hält es kaum auf ihren Sitzbänken, so fasziniert sind sie von der Pappmaschee-Straße und der großen leuchtenden Ampel, die plötzlich mitten in der Aula stehen. In der nächsten Dreiviertelstunde führen die Polizeioberkommissarinnen Sonja Martin, Norma Fleiß und Janett Louis die Erstklässler der Heerdter Heinrich-Heine-Grundschule sowie einige Vorschüler durch eine Verkehrserziehungs-Einheit der besonderen Art.

Im Puppentheaterstück „Abenteuer Schrottplatz“ stiehlt ein böses Monster, genannt Kölle, einer Düsseldorfer Fußgängerampel ihr einzigartiges gelbes Licht. Mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer Puppen-Freunde und der Grund- und Vorschüler versucht Sonja Martin, das Licht zurückzuerobern. Quasi nebenbei haben die Kinder viele Möglichkeiten, ihr Wissen unter Beweis zu stellen und einiges dazuzulernen:

Zu Beginn des Stückes wird erst einmal der Müll von der Straße aufgehoben und ordnungsgemäß getrennt, dann wird einer der Puppen beigebracht, wie eine Straße sicher zu überqueren ist und schließlich wird den Kindern noch demonstriert, wie ein Polizeinotruf getätigt wird.

Die Erstklässler und Vorschüler sind von Beginn an vom bunten Treiben auf der Bühne mitgerissen. Sie helfen der Polizistin mit Rat und Tat dabei, den Übeltäter ausfindig zu machen und lachen zwischendurch so laut über die Witze des Stückes, dass sich selbst ihre Lehrer die Ohren zuhalten müssen. In den nächsten zehn Wochen werden rund 5800 Düsseldorfer Grundschüler und Vorschulkinder die 55 Vorführungen von „Abenteuer Schrottplatz“ besuchen. Das Bühnenbild und die vielen bunten Handpuppen, die während der Vorführungen zum Einsatz kommen, haben die Polizeibeamtinnen selbst gebastelt. Auch das Stück stammt aus ihrer eigenen Feder. Die meisten der Verkehrsregeln, die das „Abenteuer Schrottplatz“ aufgreift, scheinen die Kinder schon im Schlaf aufsagen zu können. Denn für sie ist das nicht der erste Kontakt mit der polizeilichen Verkehrserziehung.

Die Puppenbühne gehört zu einem dreiteiligen Programm, mit dem die Düsseldorfer Polizei die Kinder für den Straßenverkehr fit macht. Mit dem Club der Ampelindianer, eine 2008 ins Leben gerufene Kooperation der Düsseldorfer Polizei und Verkehrswacht, lernen Vorschulkinder und Grundschüler die wichtigsten Grundregeln des Straßenverkehrs. Mit Hilfe von sogenannten Zaubersprüchen wie „Am Bordstein ist Halt, damit es nicht knallt!“ sollen die Kinder sich die Anweisungen besonders leicht merken können. Die Puppenbühne soll dazu dienen, das erlernte Wissen auf unterhaltsame Weise zu vertiefen. Schließlich überprüft die Polizei, wie sicher sich die Kinder im Straßenverkehr bewegen können und verleiht ihnen entsprechend ihrer Fähigkeiten einen roten, gelben oder grünen Fußgängerführerschein.

Auch die Grundschulen helfen den Kindern in den gesamten vier Jahren auf verschiedene Weisen dabei, ihren Schulweg gefahrlos zu meistern. Die Erstklässler der Heinrich-Heine-Grundschule beispielsweise gehen zu Beginn der Schulzeit während des Unterrichts gemeinsam mit den Lehrern ihre Schulwege ab, um sich mit dem fließenden Verkehr vertraut zu machen. Auf den Fußgängerführerschein in der ersten und zweiten Klasse folgt in den letzten beiden Jahren der Grundschulzeit der Fahrradführerschein, damit die Kinder sich auch auf Rädern gefahrlos fortbewegen können.

Bevor der Vorhang in der Aula der Heinrich-Heine-Grundschule wieder zufällt, wird den Kindern das Ampelindianer-Armband verliehen, das sie zu Mitgliedern des Ampelindianer-Clubs macht. Um das zu feiern, singen sie gemeinsam mit den Polizistinnen aus voller Kehle das Club-Lied: „Wir sind Ampelindianer, passen auf im Stadtverkehr –- für uns ist das nicht schwer!“

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