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Düsseldorf: Politik diskutiert schlecht geräumte Radwege

Verkehr in Düsseldorf : Politik diskutiert über schlecht geräumte Radwege

Eigentlich hatte die Awista eine bessere Räumung der Fahrradwege in Düsseldorf angekündigt. Doch der ADFC hat über Facebook eine Debatte angestoßen. Jetzt beschäftigt sich auch die Politik mit dem Thema.

(kess) Die Debatte um schlecht geräumte Radwege reißt nicht ab. Nachdem der ADFC in dieser Woche Fotos von Radwegen voller Laub an der Kaiserswerther Straße auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte, beschäftigt sich jetzt auch die Politik mit dem Thema. Am Montag soll im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen diskutiert werden.

CDU-Ratsherr Christian Rütz, der dem Ausschuss vorsitzt, hat die Verwaltung aufgefordert, einen Sachstandsbericht abzugeben. An vielen Straßen würden Radwege und Fahrradstreifen nicht so häufig vom Laub gereinigt, wie es in den Verträgen mit der Awista vorgesehen sei – „und wie es in der Regel für die Fahrbahnen stattfindet“, sagt Rütz. Dadurch würden die Wege rutschig, die Unfallgefahr steige.

Die unzureichende Reinigung sei nicht nur für Radfahrer und Fußgänger ein Problem, heißt es vom ADFC, sondern auch für mobilitätseingeschränkte Menschen ein Problem. Die Kaiserswerther Straße sei ein gutes Beispiel für die mangelhafte Reinigung der Wege, sagt Vorstandsmitglied Jan-Philipp Holthoff. Nach der Straßenreinigungssatzung müsse die Straße inklusive der Rad- und Gehwege drei Mal pro Woche gesäubert werden. Das passiere jedoch nicht.

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Die Awista wollte sich auf Anfrage nicht zu der Beschwerde äußern, ein Sprecher verwies auf die Stadt als Auftraggeberin. Von dort heißt es, dass der betroffene Geh- und Radweg der Kaiserswerther Straße „zwischenzeitlich wie geplant [...] gereinigt und vom Laub befreit“ worden sei. Man bedauere, dass der Eindruck entstanden sei, dass die Stadt und die Awista ihrer Reinigungsverpflichtung „nicht umfänglich nachkommen“.

Gleichzeitig verweist der Sprecher aber auch darauf, dass die Straßenreinigung „die großen Mengen an Laub, die im Herbst innerhalb kurzer Zeit fallen“, nicht so schnell entfernen könne wie normale Verschmutzungen. Die Straßenreinigungssatzung sehe für diesen Fall ähnlich wie bei Schneefall vor, dass einzelne Reinigungsdurchgänge ausfallen dürften. „Die Awista hat daher in dem von Ihnen angeführten Fall korrekt und auftragsgemäß gearbeitet“. Für Fälle, in denen vor Ort Laub über einen längeren Zeitraum nicht entfernt werden sollte, gebe es die Möglichkeit, sich beim Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz unter stadtsauberkeit@duesseldorf.de zu melden.

Schon Anfang November habe die CDU-Fraktion die Verwaltung gebeten, das Laub von den Radwegen zu entfernen und dies auch stichprobenartig zu kontrollieren, sagt Rütz. Er hoffe, dass die Beschwerde des ADFC jetzt Anlass bietet, das umzusetzen, „damit Düsseldorfs Geh- und Radwege ganzjährig sicher nutzbar sind.“

Kürzlich hatte die Awista nach Beschwerden aus dem vergangenen Winter kürzlich eine stärkere Räumung der Radwege von Schnee und Eis angekündigt. Unter anderem sollen statt bislang 260 jetzt 380 Kilometer des Radwegenetzes geräumt und Kehrmaschinen aufgerüstet werden. Daran hat der ADFC inzwischen aber Zweifel. Man freue sich zwar über die positiven Ankündigungen, sagt Jan-Philipp Holthoff, „aber bei der aktuellen Situation sind wir nicht sicher, ob die Leistung wie versprochen erfolgen wird.“