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Düsseldorf: Pferd bricht bei Schützenumzug auf der Kö tot zusammen​

Peta übt massive Kritik : Pferd bricht bei Schützenumzug auf der Kö tot zusammen

Beim Umzug eines Schützenvereins auf der Düsseldorfer Königsallee ist am Samstagabend ein Pferd zusammengebrochen und gestorben. Peta übt jetzt massive Kritik an den Schützen.

Das Pferd war Beobachtungen unserer Redaktion zufolge auf der Königsallee zusammengebrochen. Eine Plane war als Sichtschutz über das Tier gelegt worden. „Es gab ein großes Verkehrsaufkommen, weil das Tier abtransportiert werden musste“, hieß es von der Polizei. Mehrere Straßen seien gesperrt worden. Das Tier sei mit dem Kopf auf den Asphalt aufgeschlagen und gestorben, berichtete der Westdeutsche Rundfunk (WDR) online.

Eine Tierärztin war der Polizei zufolge vor Ort. Das Pferd wurde mithilfe eines Feuerwehrkrans angehoben und in einen Container gelegt.

„Pferde in einer lauten, engen und heißen Innenstadt einzusetzen, ist Missbrauch und hat nichts mit Brauchtum oder Tradition zu tun“, sagt Peter Höffken von der Tierschutzorganisation Peta zu dem Vorfall. Pferde würden auf grüne Wiesen gehören, wo sie spielen und mit Artgenossen interagieren könnten.

Man habe die Düsseldorfer Polizei, das Veterinär- sowie das Ordnungsamt aufgefordert, die für Sonntagnachmittag geplante Pferdenutzung bei den weiteren Umzügen des Schützenvereins zu untersagen, sagte Höffken. „Die Feierlichkeiten müssen ohne Tiere stattfinden.“ Sollte die Obduktion ergeben, dass das Pferd krank gewesen oder an Stress gestorben sei, werde man Anzeige gegen die Verantwortlichen erstatten.

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Der St. Sebastianus Schützenverein 1316, Veranstalter der Rheinkirmes, feiert bis 24. Juli sein Schützen- und Heimatfest 2022. Ein Höhepunkt dabei ist die feierliche Investitur (Amtseinführung) des Schützenkönigs, die am Samstag mit Ansprachen des Oberbürgermeisters Stephan Keller, des Schützenchefs Lothar Inden und des Regimentsschützenkönigs André Dornbusch auf dem Rathausbalkon stattgefunden hat.

Diese Investitur fand aufgrund des Unglücks erst mit deutlicher Verspätung statt. Das Pferd war laut einem Sprecher der Schützen auf dem Weg zur Investitur. Zu den Ursachen konnte der Sprecher der Schützen noch nichts sagen. „Am Samstag war es noch nicht so heiß, an der Hitze kann es kaum gelegen haben“, sagte er.

Seit Jahren kritisieren Tierschützer, dass Pferde im Karneval und bei Schützen-Umzüge mitgeführt und geritten werden. Nach mehreren schweren Vorfällen mit durchgehenden und kollabierenden Tieren, hat NRW 2018 neue Richtlinien in Bezug auf das Tierwohl bei solchen Veranstaltungen erlassen.

Zum einen gilt ein absolutes Alkohol-, Rauch- und Handyverbot für alle Personen, die mit der Führung der Pferde zu tun haben. Zum anderen müssen alle Reiter Praxis nachweisen, den Deutschen Reitpass besitzen und ein „geeignetes Verhältnis“ zur Konstitution des Pferdes haben. Die Tiere müssen gesund und auf einen Umzug vorbereitet sein. Dazu gehören auch Reitstunden unter Einsatz von Musik und mit Hindernis-Training. Hinzu kommt eine Gewichtsbegrenzung: Reiter sowie Sattel und Wurfmaterial sollen insgesamt nicht schwerer als 20 Prozent des Körpergewichts des Pferdes sein.

Tierschützern gehen diese Leitlinien immer noch nicht weit genug. Für sie ist der Einsatz von Pferden in Karnevalsumzügen nach wie vor Tierquälerei.

Mehr in Kürze.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Pferd stirbt bei Schützenumzug auf der Kö

(felt/bpa/dpa)