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Düsseldorf-Pempelfort: Graffiti schützt vor Schmierereien

Stadtbild in Düsseldorf : Graffiti schützt vor Schmierereien

Ein Mann war es leid, dass oft die Fassade seines Hauses verunziert wurde. So engagierte er professionelle Sprayer.

Irgendwann war es Dieter Böhm leid. Immer wieder ließ er sein Haus, das an der Ecke Schirmerstraße/Franklinbrücke eine exponierte Lage im Stadtteil einnimmt, weiß streichen. Und immer wieder aufs Neue nutzten Sprayer eben das aus, um die Außenwände zu beschmieren. „Dreimal ist das bestimmt vorgekommen. Keine vier Wochen sind vergangen, da war schon wieder alles voll. Da haben wir uns überlegt, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt Böhm, der selbst mit seiner Frau Petra in Ratingen wohnt.

Das Paar entschloss sich, professionelle Hilfe richtiger Sprayer mit künstlerischem Anspruch zu besorgen. Sie engagierten mit Urban Arts aus Dinslaken Experten. Der Hausverwalter der Böhms sondierte das Feld in der Branche, „und wir hatten den Eindruck, dass diese Jungs am besten zu uns passen“, so der Hauseigentümer. Julian Schimanski und Recep Barut legten den Böhms verschiedene Entwürfe vor, vieles war der Natur abgeguckt, „doch wir dachten, dass das jetzt gewählte dreidimensionale Motiv einfach optimal zu der Straße passt, weil es auch die Brücke mit aufnimmt“. Da nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern Fans der Toten Hosen sind, bekam die Düsseldorfer Haus- und Hof-Band noch ein Eckchen auf der Hauswand reserviert, wo der Schriftzug aufgetragen wurde. Genau genommen ist das Wandbild noch gar nicht fertig, auch an der vierten Wand über der Haustür sollen die Künstler noch Hand anlegen.

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Zweieinhalb Wochen war das Duo von Urban Arts insgesamt damit beschäftigt, das gesprühte Kunstwerk an drei Wänden aufzutragen, zählt man Grundierung, Verputzung sowie Gerüstauf- und -abbau hinzu, wurde fast fünf Wochen an dem Haus gearbeitet. Die anfängliche Skepsis bei den Bewohnern sei inzwischen ausschließlich positiver Resonanz gewichen, erklärt Böhm, der darauf verweist, dass in dem Haus vor allem Studenten, Rentner, Arbeiter zu normalen Mieten wohnen würden. „Keine Selbstverständlichkeit in unmittelbarer Nachbarschaft von Marc-Chagall-Straße oder Toulouser Allee, in denen ganz andere Mietpreise fällig sind“, betont Böhm.

Umso erboster ist er, dass inzwischen schon wieder jemand an der unteren Seite der Fassade Buchstaben draufgeschmiert hat. „Eigentlich ist es ein ungeschriebenes Gesetz in der Szene, dass sich an großflächig aufgetragenen Werken von Graffiti-Künstlern keiner vergeht“, wundert sich Böhm. Darüber hätten sich die Jungs von Urban Art aber selbst so geärgert, dass sich beide bereit erklärt hätten, ihr verschandeltes Werk kostenlos zu reparieren.

In Düsseldorf sieht man immer mehr solch professioneller Arbeiten auf Häuserwänden, insbesondere der Verein Farbfieber ist oft vertreten. Bei mehr als 50 dieser Wandbilder hat Klaus Klinger von Farbfieber die Hände mit im Spiel, er erhielt sogar die Verdienstplakette der Landeshauptstadt Düsseldorf.