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Düsseldorf: Operngala für die Aids-Stitung mit vielen Stars

Operngala in Düsseldorf für die Aids-Stiftung : Große Arien und Wiedersehensfreude in der Rheinoper

Die 12. Festliche Operngala war ein Fest der Musik und des Kulturlebens. Mit der Veranstaltung wurden 100.000 Euro für die Projekte der Deutschen Aids-Stiftung gesammelt. Zu hören gab es viele bekannte Arien und tolle Stimmen – von Gaststars und aus dem Ensemble.

Internationale Gaststars und Düsseldorfer Publikumslieblinge, große Arien, noch größere Wiedersehensfreude. Die 12. Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung in der Rheinoper feierte das kulturelle Leben, auf das die Düsseldorfer lange verzichten mussten, in zahlreichen Facetten. Moderator Wolfram Kons, dessen humorvolle Moderation gut ankam, sprach von einer Veranstaltung, bei der nicht 2G oder 3G, sondern 4G gelte: „Ganz große Genuss-Gala“. (Tatsächlich galt übrigens 3G plus Maskenpflicht; letztere wurde im Foyer beim Pausensekt allerdings vielfach recht großzügig interpretiert.)

Mit der Gala wurden in diesem Jahr 100.000 Euro gesammelt, wie die Oper am Sonntag mitteilte. Das Geld ist gedacht für lokale, aber auch internationale Projekte der Aids-Hilfe. „Die Welt ist zu Gast im Opernhaus Düsseldorf, und zugleich strahlt dieser Abend auch wieder in die Welt hinaus, indem mit dem Erlös wichtige Projekte der Aids-Stiftung unterstützt werden“, sagte Opern-Generalintendant Christoph Meyer. Die Vorstandsvorsitzende der Deuschen Aids-Stiftung, Kristel Degener, wies darauf hin, dass die Corona-Krise viele Hilfsprogramme erschwert habe: In dieser Zeit hätten die Beratungsstellen vieles geleistet und die Menschen nicht allein gelassen. Sie betonte auch die großen Fortschritte, die die Behandlung der Krankheit in den vergangenen Jahrzehnten gemacht habe.

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Viele internationale Sängerinnen und Sänger sagen ihre Auftritte ohne Gage zu; allerdings gehören auch stets einige kurzfristige Absagen dazu. Dafür sprangen Sopranistin Nikola Hillebrand aus dem Ensemble der Semperoper und der rumänische Tenor Ioan Hotea ein, der in der Spielzeit 19/20 mehrere Partien in Düsseldorf gesungen hatte.

Beide passten bestens in die Riege hochklassiger Opernstimmen, die an diesem Abend zu hören waren; begleitet von den Düsseldorfer Symphonikern. Traditionsgemäß wird bei der Gala auf die „Schlager“ der Opernwelt, also auf berühmte Arien und Ohrwürmer gesetzt – was gut ankommt, mit viel Wohlwollen, „Bravo“ und Applaus belohnt wird und Sängerinnen und Sänger strahlen lässt.

Tenor Michele Angelini glänzte schon mit „J’ai perdu mon Eurydice“, aber als er sich an die hoch anspruchsvolle Arie „Ah, mes amis“ aus Gaetano Donizettis „La Fille du Régiment“ wagte (samt neun hoher Cs), brachen Jubelstürme aus. Nikola Hillebrand gab „Spiel ich die Unschuld vom Lande“ (Die Fledermaus) so reizend, dass ein bisschen gekichert wurde, ihr die Herzen zuflogen – und man wartete, Generalmusikdirektor Axel Kober angesichts der Seitenblicke vielleicht erröten zu sehen.

Andrés Sulbarán aus dem Düsseldorfer Ensemble und der gut gelaunte russische Gast-Tenor Sergey Kaydalov harmonierten bei „Au fon du temple saint“ aus Bizets „Die Perlenfischer“. Auf einen weiteren Auftritt in der zweiten Hälfte verzichtete Kaydalov, um seinen angeschlagenen Hals zu schonen. Man hätte gern mehr von ihm gehört. Die ganze Liebe des Publikums galt schließlich aber einem heimischen Ensemblemitglied. Als Wolfram Kons Ramona Zaharia in ihrer Paraderolle als Carmen ankündigte (Sie sollte sie kürzlich eigentlich an der New Yorker Metropolitan Opera singen, was Corona verhinderte.), ging ein „Aaaah“ durch die Menge, das der Moderator vergnügt noch zweimal wiederholen ließ. Entsprechend darf die „Habanera“ als Höhepunkt eines unterhaltsamen Abends gelten.