Düsseldorf: Ohne Container gibt’s keinen Stadtstrand

Projekt in Düsseldorf : Ohne Container gibt’s keinen Stadtstrand

Die Projektentwickler von „Küssdenfrosch“ haben alle Produktionen auf Eis gelegt. Weil die CDU Nachverhandlungen beantragen will. Die Fraktion stößt sich offenbar an den Containern. Auch die FDP hat Bedenken.

Mit Hochdruck hatten Kay Fromm, Andreas Knapp und Matthias Böttger auf den 1. März hingearbeitet, um pünktlich die Stadtstrände an Robert-Lehr-, Tonhallen-Ufer und auf der Wiese vor dem KiT zu eröffnen. Skizzen haben sie gezeichnet. Möbel ausgesucht. Die ersten Container bestellt.

Umso überraschter waren die Entwickler der Stadtstrände über die Reaktionen in dieser Woche, die es aus der Politik gab: Die CDU will im Rat Nachverhandlungen beantragen, „die mehrstöckigen Hochsee-Container an der Rheinuferpromenade stießen auf massive Ablehnung, wir brauchen hier andere Lösungen“, sagte Fraktionssprecher Rüdiger Gutt.

Drei Container sollen auf der Wiese vor dem KiT stehen, dazu zwei kleine Toilettenhäuschen, die alle Besucher nutzen können. Foto: Stadtstrand-Düsseldorf GmbH

Von mehrstöckigen Containern ist bei „Küssdenfrosch“ aber keine Rede, wie die Geschäftsführer Andreas Knapp und Kay Fromm betonen. „Wir haben unsere Ideen vorgestellt, waren auch in der Fraktionssitzung der CDU“, sagt Knapp. Dort sei man abgekommen, die Container zu stapeln, habe zudem die Anzahl reduziert. „Ganz ohne Container wird es aber keinen Stadtstrand geben“, sagt Knapp, der die Pausetaste gedrückt, sämtliche Produktionen auf Eis gelegt hat.

Sollte die CDU tatsächlich mit ihren Plänen Erfolg haben, „ziehen wir uns zurück“, sagt Knapp, der das Projekt aber nicht aufgeben will, weil er daran glaubt, weil sein Partner daran glaubt. „Dann gehen wir in eine andere Stadt“, sagt Kay Fromm, Interessenten soll es bereits geben.

Das Mobiliar soll schlicht und elegant sein, in erdigen Farben. Die Entwickler verzichten auf Sponsoren. Foto: Stadtstrand-Düsseldorf GmbH

Die Idee für einen Stadtstrand hatten Knapp und Fromm, die eigentlich denkmalgeschützte Immobilien umbauen, schon eine ganze Weile. „Dann hat die Stadt denn Wettbewerb ausgelobt“, erzählt Fromm, „auf den wir uns beworben haben, weil es so gut zu uns passte.“ Orte erobern, aber nicht okupieren, eine ungezwungene Atmosphäre schaffen und ein Angebot, dass die Düsseldorf nutzen können aber nicht müssen. „Und auf keinen Fall wollen wir hier eine Ballermannisierung“, sagt Andreas Knapp, für den der Vorwurf von Ratsfrau Monika Lehmhaus (FDP) „eine Frechheit ist“.

Stattdessen haben die beiden „Küssdenfrosch“-Chefs den Gastronom Matthias Böttger von der Florabar ins Team geholt, der sich um das Essen und die Getränke kümmern soll, „nichts elitäres, alles zu moderaten Preisen“, sagt Fromm. Drei Container wollen die Stadtstrand-Entwickler pro Standort aufstellen – je einen für die Gastronomie, einen für das Kühlsystem und einen für das Mobiliar. Sechs meter sind sie breit, 2,60 Meter hoch und 2,50 Meter tief. „Alle nagelneu“, sagt Andreas Knapp, alle sollen in der Farbe hellblau lackiert werden. „Das passt zum Himmel, zum Wasser“, findet er.

Eine Alternative zu den Containern gebe es nicht, „wir brauchen ein flexibles System“, sagt Kay Fromm, das schnell abgebaut werden kann, wenn Hochwasser kommt, dass schnell weichen kann, wenn eine andere Veranstaltung geplant ist. Und etwas, dass nicht leicht entflammbar ist.

Mehr von RP ONLINE