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Düsseldorf: Offenlage für RRX in Angermund beginnt

Offenlage der Pläne beginnt : Letzte Chance für Einwände gegen RRX-Ausbau in Angermund

Die Bahnstrecke soll auf sechs Gleise erweitert werden. Nun können Bürger die Pläne für Angermund einsehen – und ihre Einwände vorbringen. Es ist der letzte Schritt vor der Genehmigung. Die Fronten zwischen der Bahn und der Bürgerinitiative scheinen verhärtet.

Die Baugenehmigung für den Ausbau der Bahnstrecke durch Angermund rückt näher – jetzt kommt die letzte Möglichkeit, die Pläne zu beeinflussen. Ab dem 18. Oktober werden die Unterlagen offengelegt. Bis zum 17. Dezember können Bürger ihre Einsprüche einreichen. Die wichtigsten Infos:

Wie läuft das Verfahren? Die Deutsche Bahn hat die Baupläne im Januar beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Es geht um die Erweiterung der heute viergleisigen Strecke um zwei weitere Gleise auf der Westseite, damit der neue Regionalzug Rhein-Ruhr-Express (RRX) verkehren kann. Mit der Streckenerweiterung sind weitere Baumaßnahmen verbunden. Die Unterführung und drei Brücken werden umgebaut, der Bahnsteig erneuert. Vor allem aber haben die Bürger erstmals Anrecht auf Lärmschutz. Die Bahn will ihn in erster Linie durch Schutzwände erreichen.

Jetzt erfolgt die gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung durch das Eisenbahnbundesamt. Vom 18. Oktober bis zum 17. November können Bürger die Unterlagen beim Amt für Verkehrsmanagement analog und online einsehen. Die Bahn lädt zudem zu einer digitalen Informationsveranstaltung am 26. Oktober ab 18  Uhr ein (Teilnahme über www.db-buergerdialog.de/rrx-duesseldorf). Das Unternehmen kündigt an, zusätzlich persönlich und digital für Gespräche bereitzustehen.

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An die Offenlegung schließt sich bis zum 17. Dezember die Einwendungsfrist an. Das ist die letzte Möglichkeit, Widerspruch zu äußern. Wenn alle Einwände geklärt sind, erhält die Bahn Baurecht. Sie will dann umgehend die Arbeiten vorbereiten.

Was ist die aktuelle Planung? Die Bahn will den Lärmschutz durch Wände erreichen, die fünf Meter hoch ab Gleiskante und damit bis zu sechs ab dem Bodenniveau sind. An der Ostseite laufen sie durchgehend vom südlichen Ende Überanger bis Duisburg, im Westen auf einem Teilabschnitt zwischen südlich Überanger und nördlich dem Wohngebiet Bilk­rather Weg. Projektleiter Michael Kolle zufolge ist damit für 90 Prozent der Anwohner ausreichender Lärmschutz gewährleistet, die anderen haben Anrecht etwa auf schalldichtere Fenster. „Das sind im Vergleich sehr gute Werte“, sagt Kolle. Die Bahn lobt an der „Vorzugsvariante“ auch geringe Kosten, eine kurze Bauzeit – und damit geringe Behinderungen für die Berufspendler – und geringe Eingriffe in Grundstücke. Drei Jahre nach der Erteilung des Baurechts könnten die Arbeiten losgehen.

Was ist mit der erneuten Prüfung, die der Stadtrat verlangt hat? Es deutet sich an, dass auch das neue Workshop-Verfahren keinen Durchbruch gebracht hat. Das neue schwarz-grüne Bündnis hatte im Frühjahr noch einmal eine Prüfung von Varianten erbeten, unter anderem der Einhausung der Strecke, für die sich die Bürgerinitiative stark macht. Das Ergebnis liegt seit Juli vor, wurde aber noch nicht veröffentlicht. Die Fronten scheinen verhärtet. Die Bahn hält die Einhausung für nicht realisierbar und sieht sich offenbar auch durch die neue Bewertung bestätigt, die Bürgerinitiative hält hingegen die bisher geplante Variante mit Schutzwänden für eine Verschandelung des Dorfkerns, die zudem nicht den erwünschten Lärmschutz bringe.

Die Stadt Düsseldorf könnte jetzt ebenfalls einen Einwand gegen die derzeitige Planung einreichen – falls das politischer Wille ist. Andererseits will auch der Stadtrat, dass der RRX schnell realisiert wird.

Die Bahn hält sich zugute, dass sie über die sieben Jahre dauernde Bürgerbeteiligung eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen und Workshops ermöglicht hat, die an vielen Stellen deutliche Verbesserungen gebracht hätten. So können etwa Garagen an der Strecke erhalten bleiben, die Schutzwände sollen zumindest durch Künstler ansprechend gestaltet und im Bereich des Bahnhofs transparent werden.

Aus Sicht der Initiative und auch des örtlichen Ratsherrn Andreas Auler (CDU) reicht das nicht aus. Sie bemängeln, dass die Bahn keine echte Bereitschaft zeige, andere Lösungen zu erwägen.