Corona-Pandemie in Düsseldorf OB Keller will Maskenpflicht an Schulen zurück

Düsseldorf · Das Ende der Maskenpflicht an Schulen war verfrüht, sagt Oberbürgermeister Stephan Keller. Die Stadt will zudem neue Testzentren genehmigen, vor allem in der Altstadt fehlen Angebote.

 Die Maskenpflicht an Schulen in NRW wurde Anfang November aufgehoben.

Die Maskenpflicht an Schulen in NRW wurde Anfang November aufgehoben.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hat angesichts vieler Corona-Neuinfektionen den Wegfall der Maskenpflicht an Schulen kritisiert. „Das Aufheben kam zu früh“, sagte Keller. „Das sollte rückgängig gemacht werden.“ In Düsseldorf lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 320,4. Die meisten Infektionen entfallen dabei auf Schülerinnen und Schüler, wie Keller sagte. Die Inzidenz bei den Zehn- bis 19-Jährigen liegt bei 448,7, bei den jüngeren Kindern bis neun Jahren bei 357,8. Seit Anfang November ist dieKostenpflichtiger Inhalt Maskenpflicht in Klassenräumen abgeschafft, das hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung beschlossen. Seitdem sind die Infektionszahlen rasant gestiegen.

„Die Pandemie hat uns wieder im Griff, möglicherweise schlimmer als je zuvor“, sagte Keller. 372 neue Infektionen wurden am Donnerstag gemeldet, aktuell sind rund 2900 Menschen in Düsseldorf infiziert. 111 Personen werden in Krankenhäusern behandelt, davon 30 auf Intensivstationen. Am Mittwoch sei in den Kliniken nur noch ein Beatmungsbett frei gewesen, Patienten müssten von den Intensivstationen zum Teil schon in andere Krankenhäuser verlegt werden, sagte Keller. 527 (+1) Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind bisher in Düsseldorf gestorben.

Derweil will die Stadt die Kapazitäten für Corona-Tests wieder aufbauen. Derzeit gibt es rund 350 Teststellen, zeitweise waren es mehr als 500 in Düsseldorf. Insbesondere in der Altstadt sind viele Testzentren weggefallen – nur noch sechs Stück gibt es zwischen Heinrich-Heine-Allee und Rheinufer, nur zwei davon haben am Wochenende auch in den späten Abendstunden geöffnet. Am kommenden Wochenende könnte esKostenpflichtiger Inhalt vor diesen Teststellen zu chaotischen Szenen kommen, warnte ein Betreiber. Die Altstadt sei eine Herausforderung, räumte Ordnungsdezernent Christian Zaum ein. Denn viele Flächen seien aktuell belegt, etwa durch den Weihnachtsmarkt und die Eisbahn. Es lägen aber zahlreiche Anträge für neue Testzentren vor, die die Verwaltung schnellstmöglich bearbeiten werde.

Großen Andrang gibt es auch an den städtischen Impfstellen am Bertha-von-Suttner-Platz und im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee. Dort würde auch niemand abgewiesen, dessen vollständiger Impfschutz erst seit fünf Monaten besteht, sagte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. Alleine am Mittwoch ließen sich mehr als 2700 Personen dort impfen. Insgesamt sind in Düsseldorf damit 504.585 Menschen geimpft worden, die Zahl der Auffrischungsimpfungen liegt bei 45.818. Oberbürgermeister Keller rief noch einmal dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen oder boostern zu lassen und zusätzlich regelmäßige Schnelltests zu machen.