Schule in Düsseldorf-Oberbilk Wim Wenders und sein Gymnasium

Düsseldorf · Mit Schülern des Wim-Wenders-Gymnasiums startete der Regisseur das Filmprojekt „Europäische Schule des Sehens“. Im Anschluss machte er sich ein Bild von den Umbauarbeiten an der Schule in Düsseldorf-Oberbilk.

 Mit seiner Frau Donata besuchte Wim Wenders nach dem Termin in der Black Box das nach ihm benannte Gymnasium in Oberbilk und ließ sich die Pläne für den Neubau zeigen.

Mit seiner Frau Donata besuchte Wim Wenders nach dem Termin in der Black Box das nach ihm benannte Gymnasium in Oberbilk und ließ sich die Pläne für den Neubau zeigen.

Foto: Anne Orthen (orth)

Filmregisseur Wim Wenders feierte mit Filmen wie „Paris, Texas“, „Buena Vista Social Club“ oder „Der Himmel über Berlin“ weltweite Erfolge und wurde gerade mit dem Praemium Imperiale, einer Art Nobelpreis für Kulturschaffende, ausgezeichnet. Ein Gymnasium in Oberbilk trägt seinen Namen – aber dabei will der Filmemacher es nicht belassen. Als Namenspatron will er sich auch aktiv in das Lernangebot einbringen und hat eigens dafür das Filmbildungsprojekt „Eine europäische Schule des Sehens“ konzipiert.

Mit dem Film „Die Gebrüder Skladanowsky“, den Wenders 1995 mit Studierenden der Hochschule für Film und Fernsehen in München realisiert hat, startete das Projekt jetzt in der Black Box des Düsseldorfer Filmmuseums, wo Direktor Bernd Desinger Wim Wenders sowie das gesamte Team seiner Stiftung begrüßen konnte.

Das Projekt der Wim-Wenders-Stiftung, das neben dem Düsseldorfer Gymnasium an fünf weiteren Schulen in Berlin umgesetzt wird, erhielt ferner finanzielle Unterstützung der Luzerner „Art Mentor Stiftung“, der Bundeszentrale für politische Bildung sowie der Paul und Mia Stiftung. 

Wim Wenders besucht sein Gymnasium in Düsseldorf
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Wim Wenders besucht sein Gymnasium in Düsseldorf

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Foto: dpa/Henning Kaiser

„Die Idee dieses Filmbildungsprojekts habe ich lange mit mir herumgetragen, das europäische Sehen ist als Abgrenzung zu der Flut von amerikanischen Bildern als Massenware gedacht, die heutzutage junge Menschen bedrängt“, sagt Wenders. Jedoch werden die Schülerinnen und Schüler nicht nur sechs von Wenders ausgewählte Filme zur Filmhistorie sehen. „Die Filme werden zugleich auch Bestandteil eines fächerübergreifenden Unterrichts an unserer Schule, der die Fächer Kunst, Musik, Philosophie und Sozialwissenschaften umfasst“, erklärt Anke Lohrer, die Kunstlehrerin am Wim-Wenders-Gymnasium ist.

Reichlich Applaus dokumentiert die gute Stimmung beim Finale von „Die Gebrüder Skladanowsky“, mit dem am Freitag rund 70 Schülerinnen und Schüler des Wim-Wenders-Gymnasiums in der Black Box in die stumm flimmernde Schwarz-Weiß-Welt des frühen Kintopps eingetaucht sind. Nach dem Film beantwortet Wim Wenders auch bereitwillig Fragen der Schüler zu dem Streifen, der den 100. Geburtstag des Films feiert.

Regisseur Wim Wenders bekommt Auszeichnung „Düsseldorfer des Jahres“
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Regisseur Wim Wenders bekommt Auszeichnung „Düsseldorfer des Jahres“

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Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

„Die Gebrüder Skladanowsky führten ihre Erfindung erstmals auf Jahrmärkten vor, standen als Filmpioniere aber stets im Schatten der Gebrüder Lumière, sie waren Bastler und auf ihre Weise wunderbar undeutsch“, erklärt Wenders seine Leidenschaft für die Außenseiter. „Zu meiner Zeit war der Berufswunsch, Regisseur zu werden, ähnlich illusorisch wie der des Astronauten, aber als in München die Hochschule für Fernsehen und Film startete, habe ich mich beworben – und wurde genommen“, erzählt der 77-Jährige, der seinen ersten Kinobesuch mit sieben Jahren erlebte und dessen Filmprägung später auf amerikanische Western sowie die Nouvelle Vague mit Filmen von Jean-Luc Godard und Francois Truffaut zurückging.

Auf die Frage nach der Bewertung seines Films auf einer Skala von 1 bis 10 antwortet Wim Wenders ganz klar mit einer selbstbewussten „9,5; denn eine Zehn wäre ein perfekter Film und den gibt es leider nicht“.

Die Frage eines Schülers nach einem definitiven Lieblingsfilm wollte oder kann Wenders dann aber nicht beantworten. Als der Schüler dann aber seinerseits als persönlichen Lieblingsfilm „Winnetou und der Schatz im Silbersee“ nennt, antwortet Wenders trocken, dass der aber schon eine glatte 11 sei.

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