Düsseldorf: Neuer Masterplan für Sanierung von Brücken und Tunnels

Düsseldorfer Infrastruktur: Stadt überprüft alle Brücken

Von den 330 Brücken in der Landeshauptstadt sind zwei Drittel kurzfristig sanierungsbedürftig. Das Verkehrsdezernat erstellt einen Masterplan und prüft, ob einige Brücken noch benötigt werden.

Das Problem treibt bundesweit alle Großstädte um: Viele Brücken sind überaltert, und mit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nehmen die Schäden an ihnen zu. Um den Zustand der Brücken zu erfassen, werden sie alle drei Jahre im Wechsel einer einfachen und einer Hauptprüfung unterzogen. Dass mindestens zwei Drittel der 330 Bauwerke in der Landeshauptstadt umgehend oder kurzfristig reparaturbedürftig sind, ist bereits jetzt klar. Das hatte vor zwei Jahren das Amt für Verkehrsmanagement auf eine Anfrage der CDU erklärt. Die wollte nun im Verkehrsausschuss wissen, wie weit die Verwaltung mit ihren Plänen gekommen ist.

Grundlage der umfassenden Sanierungen ist ein Masterplan. Doch bevor dieser in Angriff genommen werden könne, müssten zunächst einmal alle Brücken in diesem Jahr noch einer Prüfung unterzogen werden, erklärte Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. Dabei erhalten die Bauwerke Noten im Hinblick auf die drei Kriterien Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit.

Welche Sanierungen stehen bereits jetzt schon fest?

Eine Teilsanierung der Theodor-Heuss-Brücke ist kurz- bis mittelfristig geplant. Außerdem müssen in jedem Fall folgende Straßenbrücken repariert werden: Werdener Straße, Niederrheinstraße, Jacobistraße und Bonner Straße.

Gleiches gilt für Brücken über Bahngleisen. Für sie müssen langfristig Sperrungen angemeldet werden, die Bahn stellt für die Sanierung Mittel zur Verfügung: beispielsweise Höxter Weg, Kieshecker Weg, Herdecker Weg, Münsterstraße sowie die Heinrich-Erhardt Brücke. Betroffen sind auch Fußgängerbrücken wie die beiden an der Friedrich-Wilhelm-Straße, am Ortweg, Am Pesch und an der Herdecker Straße.

Gibt es Brücken, die abgerissen und neugebaut werden müssen?

Dazu vorgesehen sind etwa die Fußgängerbrücke am Kennedydamm und die beiden Brücken am Aderkirchweg und an der Liliencronstraße.

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Gibt es Brücken, die möglicherweise aufgegeben werden?

Das ist noch offen. Aber Dezernentin Zuschke nannte im Ausschuss bereits mögliche Kandidaten für einen künftigen Verzicht. "Bei der Brücke am Nordpark sollten wir uns anschauen, ob sie instandgesetzt wird oder ob man auf sie verzichtet." Gleichzeitig mahnte sie, gut über einen solchen Schritt nachzudenken: "Infrastrukturen sind ein großer Schatz. Man sollte auf keinen Fall nur das schnelle Geld sehen." Bei der Fußgängerbrücke am Kennedydamm sei die Frage ebenfalls bedenkenswert.

Welche Mittel werden für die Brückensanierungen bereitgestellt?

Der aktuelle Haushaltsplan sieht vor, dass bis 2021 für den Unterhalt der Ingenieurbauwerke - das sind neben Brücken auch Tunnel, Unterführungen, Lärmschutzwände - jährlich 7,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen. Die Neubauten von abgerissenen Brücken sowie die Teilsanierung Theodor-Heuss-Brücke werden im Rat als Einzelmaßnahme vorgelegt.

Wie und wann startet die Stadt mit der Ertüchtigung von Brückengeländern?

Für das detaillierte Konzept soll es noch in diesem Jahr einen Beschluss geben. Bis die Brückengeländer, wie von einer neuen Richtlinie gefordert, auf eine Höhe von 1,30 Meter gebracht werden, sollen in der Zwischenzeit Hinweisschilder Radfahrer auf Gefahren aufmerksam machen.

(RP)