Großprojekt in Düsseldorf Neue Studie zu Opern-Neubau am Hofgarten

Düsseldorf · Ein Kölner Büro hat eine Variante mit viel Platz für die Oper und nur kleinen Eingriffen in den zentralen Stadtpark entworfen. Dennoch ist die Chefetage der Oper nicht begeistert.

 Eine neue Oper an der Heinrich-Heine-Allee ist möglich, ohne den Hofgarten allzu stark zu schädigen.

Eine neue Oper an der Heinrich-Heine-Allee ist möglich, ohne den Hofgarten allzu stark zu schädigen.

Foto: Andeas Krebs

Ein Neubau der Oper ist an der Heinrich-Heine-Allee mit großem Zugewinn für den Kulturbau möglich, ohne den Hofgarten allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Diese überraschende Variante des Kölner Büros JSWD Architekten wurde am Mittwoch der Opernkommission des Stadtrates vorgestellt. Sie soll nun vertiefend geprüft werden, ebenso läuft die Untersuchung von Alternativstandorten weiter, zu denen die Schadowstraße ebenso gehört wie der Rheinpark Golzheim.

Kostenpflichtiger Inhalt Der Bestandsbau der Oper ist marode, angesichts von Sanierungskosten in Höhe von mehr als 400 Millionen Euro macht sich die Stadtspitze für einen Neubau stark. Die Öffentlichkeit wird einbezogen, Kostenpflichtiger Inhalt am Dienstagabend war die erste digitale Info-Veranstaltung. Die Grundsatzentscheidung, ob und gegebenenfalls wo neu gebaut wird, soll am Jahresende fallen. Die Politik wird fortlaufend in einem Extra-Gremium unterrichtet.

Dort ging es am Mittwoch um einen möglichen Neubau an der Heinrich-Heine-Allee, für den sich viele Düsseldorfer auch in Zuschriften an unsere Redaktion stark gemacht haben. Das Grundstück der Oper umfasst heute 4410 Quadratmeter, die Nutzfläche 14.764 Quadratmeter. Die Wünsche der Oper (zweite Seitenbühne, Studiobühne, mehr Lagerflächen etc.) führen zu einem Flächenmehrbedarf von 77 Prozent auf 26.138 Quadratmeter. In zwei Varianten hatte das Kölner Büro vor gut einem Jahr konventionelle Neubauten kalkuliert und kam in beiden Fällen zu massiven Eingriffen in den Hofgarten, der 5400 oder 7400 Quadratmeter abgeben müsste. 

Diese Modelle dürften keine Zustimmung finden, als dritte Möglichkeit wurde nun aber ein Sonderbau entworfen: ein höherer Bau als heute, der Nutzungen stapelt. Die Oper würde halbrund in den Hofgarten auskragen und dort ihren Eingang haben – aber die Blickachse der Kö in den Park wäre nicht gestört, der Zusatzbedarf an Grund läge „nur“ bei knapp 1500 Quadratmetern. Die Oper hätte gleichwohl 33.000 Quadratmeter Nutzfläche. Ein Vergleich im Schnitt zeigt, dass die vielgelobte Oper Kopenhagen nur unwesentlich größer ist.

Dennoch käme jeder Jubel zu früh. Bei der Oper sorgt die Vorstellung, intensiv mit Aufzügen arbeiten zu müssen, schon jetzt für Bauchschmerzen – nicht nur die Chefetage ist durch technische Mängel geradezu traumatisiert. Eine Anpassung der Uferkante wäre zudem nötig und der Hofgarten müsste leicht umgestaltet werden, was allgemein kritisch gesehen wird.