1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Neue Starkregengefahrenkarte für das Stadtgebiet ist da

Vier Gefahrenstufen : Düsseldorf hat eine neue Starkregengefahrenkarte

Im Juli hatten Starkregen und Hochwasser große Schäden in Düsseldorf angerichtet – jetzt können sich Bürgerinnen und Bürger informieren, wie hoch das Risiko bei ihnen zu Hause ist. Dafür wurde eine Starkregengefahrenkarte veröffentlicht.

Die Stadt Düsseldorf bietet Anwohnern ab sofort die Möglichkeit zu prüfen, wie groß die Gefahren durch Starkregenereignisse in ihrer Gegend ist. Dafür hat der Stadtentwässerungsbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Vermessungs- und Katasteramt eine Online-Gefahrenkarte für den gesamten Raum Düsseldorf entwickelt. Darüber lässt sich für jede Adresse im Stadtgebiet und die Umgebung das Risiko einer Überflutung nach Starkregen abrufen. Die Karte ist über die Seite der Stadt abrufbar.

Die Karte basiert einer Mitteilung der Stadt zufolge auf einem digitalen Geländemodell. Dabei wurden tiefliegende Stellen und Senken, in denen sich das Wasser im Falle eines Starkregens sammeln könnte, mit topographischen Analysen erfasst. Die Karte bildet – von hellem bis zu dunklem Blau – vier Gefahrenstufen ab, die auf den rechnerisch ermittelten maximalen Wasserständen für diese tiefen Lagen basieren. Je höher die zu erwartende Wassertiefe und damit die Gefahr, desto dunkler der blaue Farbton. Nicht eingefärbte Flächen sind wenig gefährdet, dort werden weniger als zehn Zentimeter Wassertiefe erwartet – dennoch kann es auch hier je nach den baulichen Gegebenheiten des Gebäudes und der Stärke des Regens zu einer Überflutung kommen.

  • Fotos : Starkregen und Unwetter in Düsseldorf – Straßen und Keller stehen unter Wasser
  • An der Rostocker Straße hatten Autofahrer
    Nach Überflutungen im Stadtgebiet : Düsseldorf will genauere Hochwasser-Prognosen
  • Überschwemmungen wie in Hagen im Juli
    Strategien gegen Hochwasser : Die Stadt als Schwamm
  • Hubert Kück (von links), Helga Franzkowiak
    Politiker fordern mehr Maßnahmen : Die Angst vor der nächsten Flut
  • Es geht um ein Gelände direkt
    „Nicht sinnvoll“ : Xantens Linke lehnt Pläne für Beeksches Feld ab
  • Nach dem Hochwasser : Düsseldorf unterstützt Wiederaufbau von Kleingärten

Auch die Aufnahmekapazitäten der Kanalisation wurden bei der Erstellung der Karte berücksichtigt. Dafür wurde mit Hilfe einer sogenannten 2D-gekoppelten Berechnung der Weg des Wassers auf der Oberfläche zu den Schächten und Straßenabläufen des Kanalnetzes simuliert. Zudem sind der Rhein und die Düssel sowie alle Bäche im Stadtgebiet als Einschnitte im Geländemodell berücksichtigt worden.

 Ein Ausschnitt aus der Starkregengefahrenkarte der Stadt Düsseldorf.
Ein Ausschnitt aus der Starkregengefahrenkarte der Stadt Düsseldorf. Foto: RP/Marlen Keß

Die Karte soll Bürgerinnen und Bürgern, Beschäftigten in der Industrie und öffentlichen Organisationen dazu dienen, sich über mögliche Überflutungsgefahren zu informieren und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wichtig ist dabei: Die dargestellten Gefährdungen bedeuten nicht zwangsläufig auch eine konkrete Gefahr für ein Gebäude. Dazu kann man sich einen Termin bei der Starkregenberatung des Stadtentwässerungsbetriebes machen: telefonisch unter 0211 8922724 oder 8926763 oder per Mail.

Außerdem weist die Verwaltung darauf hin, dass die neue Karte kein Ersatz für die Hochwassergefahrenkarten ist, die Überschwemmungsgebiete durch Flusshochwasser darstellen. Diese sind ebenfalls online abrufbar.

(kess)