Düsseldorf: Nach Halle - Armin Laschet legt weiße Rose an Synagoge nieder

Ministerpräsident Laschet bekundet Solidarität in Düsseldorf : „Wir stellen uns gemeinsam schützend vor die Synagoge“

Weiße Rosen als Zeichen der Solidarität: Ministerpräsident Laschet und die NRW-Spitzen von SPD, Grünen und FDP haben nach dem Anschlag in Halle die Synagoge in Düsseldorf besucht. Ihre Botschaft: Kein Platz für Judenhass.

Mit einer gemeinsamen Schweigeminute an der Neuen Synagoge in Düsseldorf haben NRW-Spitzenpolitiker nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle/Saale ein Zeichen gesetzt. „Wir stellen uns gemeinsam schützend vor die Synagoge in Düsseldorf“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstagmorgen.

Dieser rechtsextremistisch-motivierte Anschlag bestürze ihn zutiefst. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten.“ Weiter betonte er: „Wir stehen hier, weil alle demokratischen Kräfte in NRW ein deutliches Zeichen im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus setzen wollen.“ Die Bilder aus Halle weckten Erinnerungen schlimmster Art. „Diese Bilder lassen einen erschaudern“, sagte Laschet.

Dann legte er gemeinsam mit den Parteivorsitzenden Sebastian Hartmann (SPD), Mona Neubaur und Felix Banaszak (beide Grüne) sowie Joachim Stamp (FDP) weiße Rosen auf die Treppe vor der Synagoge.

„Judenhass darf in unserer offenen Gesellschaft keinen Platz haben – nicht heute, nicht morgen. Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus eint alle demokratischen Kräfte in Nordrhein-Westfalen“, betonten die Parteichefs in einer gemeinsamen Erklärung.

Auf die Nachfrage, ob infolge des Anschlags in Halle der Schutz von jüdischen Einrichtungen in NRW noch weiter verstärkt werden müsste, sagte Laschet: „Die Polizei muss vor jüdischen Einrichtungen so präsent seinn, dass die Sicherheit zu jeder Stunde gewährleistet ist.“ Man habe bereits am Mittwoch die Maßnahmen in NRW verstärkt. „Wir werden die Sicherheitslage jetzt erneut analysieren, um zu sehen, was weiter zu verbessern ist“, sagte Laschet.

Auch der NRW-Landtag will um 10.00 Uhr seine Sitzung mit einer Schweigeminute beginnen. Vor Eintritt in die Tagesordnung werde Landtagspräsident André Kuper Gedenkworte sprechen, teilte der Landtag mit.

Am Donnerstagnachmittag findet ab 17 Uhr eine Mahnwache vor der Neuen Synagoge statt.

Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, in die Synagoge in Halle/Saale einzudringen und dort unter Dutzenden Gläubigen ein Blutbad anzurichten. Sein Versuch scheiterte, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben soll.

Hier geht es zur Bilderstrecke: NRW-Ministerpräsident Laschet trauert vor Synagoge in Düsseldorf

(top/csr)
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