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Düsseldorf: Müllbilanz 2019 und in Corona-Krise

Abfallbilanz in Düsseldorf : In der Corona-Krise produzieren die Düsseldorfer wieder mehr Müll

Die Düsseldorfer haben 2019 weniger Müll als im Vorjahr produziert. Pro Kopf waren es 389 Kilogramm. In der Corona-Krise stieg die Abfallmenge in den Privathaushalten aber wieder an.

Die Düsseldorfer haben im Jahr 2019 weniger Müll produziert als im Vorjahr. Das gesamte Abfallaufkommen aus privaten Haushalten ist im Vergleich zu 2018 von 396,4 Kilogramm pro Einwohner auf 389 Kilogramm gesunken. Das geht aus einer Informationsvorlage aus dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen hervor, der am Montag zusammenkommt. Die Fakten:

Abfallbilanz 2019 In der Restmülltone landeten pro Kopf 187 Kilogramm, im Vergleich zu 2018 ein Minus von 3,8 Kilogramm. Die Entsorgung von Altpapier ging in der ganzen Stadt um 3,6 Prozent auf 33.234 Tonnen zurück. Die Sammelmenge in den Depotcontainern sank um elf Prozent auf 14.942 Tonnen Altpapier. Seitdem blaue Tonnen zum 1. Januar 2019 Pflicht und die Grundstückseigentümer aufgefordert wurden, blaue Tonnen zu bestellen oder einen Antrag auf Befreiung einzureichen, wurden an 85 Standorten Papierdepotcontainer abgezogen. Die Zahl der blauen Tonnen lag Ende April 2020 bei 58.818. Das entspricht einer Verteilung von 82,7 Tonnen je 100 Wohngebäuden. Angeschlossen sind 53.487 Grundstücke, das sind 83,2 Prozent der Wohngrundstücke in Düsseldorf. Zwischenzeitlich lagen der Stadt etwa 6000 Anträge auf Befreiung vom Anschlusszwang vor. Davon wurden etwa 200 stattgegeben, 20 abgelehnt. In gut 300 Fällen wurde nach Beratung doch eine Blaue Tonne bestellt.

Das Grünschnittaufkommen lag mit 8171 Tonnen 6,6 Prozent niedriger als im Vorjahr (8749). Die Menge separat erfasster Bioabfälle stieg dagegen um 13,4 Prozent auf 8320 Tonnen. Hier machte sich bemerkbar, dass die Biotonne ab 2019 im Teilservice gebührenfrei angeboten wird. Die Zahl der aufgestellten Biotonnen betrug Ende April 23.902, das entspricht 33,6 Biotonnen je 100 Wohngebäude.

Bei den Verpackungsabfällen blieben die Glasmengen mit 13.392 Tonnen ungefähr gleich. Die Menge an Leichtverpackungen, hauptsächlich für den gelben Sack, verzeichnete mit 13.567 Tonnen einen Rückgang von 5,1 Prozent. Das Aufkommen an Altkleidern aus den Depotcontainersammlungen stieg 2019 um 8,5 Prozent auf 3494 Tonnen. Die Sperrmüllmenge blieb unverändert.

Die Menge an Straßenschmutz sank um 7,1 Prozent auf 17.149 Tonnen und lag damit nach dem Spitzenwert 2018 wieder im Bereich der Mengen aus den Vorjahren. Die Menge separat erfassten Laubs zur Kompostierung sank um 45,5 Prozent auf 171 Tonnen. Der Grund hierfür ist, dass die Bäume wegen der Trockenheit schon im Sommer Laub abwarfen, das dann auf der Straße mit Kehricht durchsetzt war. Auch im Herbst fiel Laub mangels Nachtfrösten nicht in größeren Mengen an und war oft so verunreinigt, das es nicht in die Kompostierung gegeben werden konnte.

Lage in der Corona-Krise Die Restmüllmengen in den Monaten März und April 2020 lagen in einer vergleichbaren Größenordnung zum Vorjahr, obwohl eine Vielzahl an Behältern von Gewerbetreibenden abgemeldet wurden. Das bedeutet: Die Restmüllmengen aus Privathaushalten stiegen.

Auch die Menge an Verpackungen erhöhte sich. Deshalb wurden bei der Awista deutlich mehr neue Tonnen hinzubestellt als üblich. Die Behälterzubestellungen bei der gelben Tonne verdoppelten sich von März auf Mai im Vergleich zum Zeitraum von Januar bis März 2020.

Auch bei der Biotonne war eine erhöhte Nachfrage während des Shutdowns und der Einschränkungen bei der Annahme von Wertstoffen auf den Recyclinghöfen festzustellen: Allein in der zweiten Hälfte des Aprils wurden gut 400 zusätzliche Biotonnen aufgestellt, außerdem rund 170 blaue Tonnen. Weitere Bestellungen befinden sich in der Abarbeitung.

Außerdem stieg die Sperrmüllmenge im März und April 2020 um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weil die Menschen in der Krise offenbar fleißig ausmisten, fährt die Awista weiterhin zusätzliche Sperrmülltouren.

Anfrage im Umweltausschuss Am Donnerstag stellt die CDU-Fraktion der Verwaltung im nächsten Umweltausschuss unter anderem die Fragen, wie sich die Corona-Krise auf die Abfalltrennung der Bürger ausgewirkt hat und welche zusätzlichen Schritte unternommen werden, die Bürger bei der richtigen Mülltrennung und womöglich bei der -vermeidung zu unterstützen.

Aus Sicht der Union halten sich die Menschen wegen der Pandemie ungewöhnlich lange zu Hause auf, weshalb dort nun mehr Müll anfalle. Gewerblicher Abfall dagegen sei stark zurückgegangen. Gleichzeitig gebe es Hinweise, dass die Menschen aus Sorge vor einer Corona-Ansteckung beim Einkauf verstärkt zu verpackten Produkten greifen und sich deswegen der Verpackungsmüll erhöht. Hinzu komme der aktuell sehr hohe Verbrauch von Hygieneartikeln.

Foto: pixabay