Düsseldorf: Morddrohungen gegen CDU-Chef Thomas Jarzombek

Bundeskriminalamt ermittelt: Morddrohung gegen Düsseldorfs CDU-Chef

Harte Worte und bisweilen derbe Kritik sind Politiker gewohnt. Aber was am späten Donnerstagabend im Mailpostfach von Thomas Jarzombek landete, das "hat schon eine andere Qualität als alles bislang Dagewesene". Das Bundeskriminalamt ermittelt.

Der anonyme Mailschreiber nimmt den Streit in der JU zum Anlass, nicht nur Jarzombek, sondern auch die Bundeskanzlerin aufs Übelste zu beleidigen, spricht von Kugeln, gebrochenen Genicken und warnt den CDU-Abgeordneten: "Jeder weiß, wo Sie wohnen."

Die CDU hat bereits Strafanzeige erstattet, das BKA ermittelt. Jarzombek sieht in der Mail vor allem einen Exzess der sprachlichen Unkultur und der anonymen Hetze, die im Netz längst an der Tagesordnung ist.

Den Mund lässt er sich dennoch nicht verbieten, auch wenn er sich öffentlich nicht mehr zum Streit äußern will, der nach der Rücktrittsforderung an Angela Merkel in der Jungen Union ausgebrochen ist. "Wir werden im Kreisvorstand darüber reden", sagte Jarzombek. "Da gehört das Thema hin."

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Dem CDU-Kreisvorstand gehört auch der JU-Vorsitzende Ulrich Wensel an. Er hatte am Dienstagabend einen nach eigenen Angaben spontan gestellten Antrag, den Rücktritt der Parteivorsitzenden zu fordern und deren Spitzenkandidatur für eine Neuwahl abzulehnen, am Ende einer Vorstandssitzung auf die Tagesordnung gehoben.

Andere JU-Mitglieder hatten ihn sowohl für dieses Vorgehen als auch für Äußerungen kritisiert, mit denen Wensel den Mehrheitsbeschluss öffentlichkeitswirksam verteidigte. Das Verfahren zu überprüfen, sei Sache des Bundesverbands der Jungen Union, sagte Jarzombek, den Wensels Auftritt verwundert hat. Im Kreisvorstand der CDU habe er bislang keine Kritik an Angela Merkel geäußert. In der Partei sei der JU-Beschluss sehr kritisch aufgenommen worden.

(RP)