Abschlussarbeiten in Düsseldorf Modeschule zeigt Werkschau am Puls der Zeit

Düsseldorf · Zum Semesterende präsentieren Studierende der Akademie Mode & Design ihre Arbeiten mit aktuellen Themen wie Klimawandel und Gewalt gegen Frauen.

Felix Buchwald studiert Modedesign, seine Arbeit zum Thema „Formfindung Rock“ hat auch Bezug zum Klimawandel.

Felix Buchwald studiert Modedesign, seine Arbeit zum Thema „Formfindung Rock“ hat auch Bezug zum Klimawandel.

Foto: Anne Orthen (orth)

Auf diesen Tag hat Felix Buchwald seit Wochen hingearbeitet. Der 19-Jährige präsentiert seine Abschlussarbeit für das erste Semester an der Akademie Mode & Design (AMD) in Derendorf. Das Thema ist „Formfindung Rock“. Dabei stehen nicht die Tragbarkeit oder der Schnitt im Vordergrund, sondern eine stimmige dreidimensionale und organische Form. Im Showroom der Akademie sind 13 von 26 Entwürfen der Erstsemester zu sehen. „Die Studierenden hatten die Aufgabe, selbst eine Jury zu bilden, um auszuwählen, was sie zeigen und wie sie es als Gesamtkonzept vorstellen wollen“, sagt Standortmanagerin Christine Kubatta.

In einem Sketchbook hat Felix Buchwald den Weg von der ersten Idee über Skizzen und Materialproben bis hin zum Entwurf im kleinen Maßstab dokumentiert. „Ich habe mich bei der Formgebung von Tornados inspirieren lassen“, sagt der Düsseldorfer. Die charakteristische Windhose findet sich in der Trichterform seines Rocks wieder. Als Material verwendete er 110 Meter Nesselstoff und Metallstäbe, die seiner Konstruktion den nötigen Halt geben. Am oberen Rand ausgefranst, um „die Zerstörung zu zeigen“. Damit schlägt er den Bogen zum Klimawandel, mit immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen.

Felix Buchwald hat bereits eine abgeschlossene Ausbildung zum bekleidungstechnischen Assistenten und hängt nun ein Modedesignstudium dran. „Ich hatte dadurch schon das Vorwissen rund ums Nähen und möchte noch kreativer arbeiten. Mich interessiert einfach der ganze Prozess von der Idee bis zur Kollektion“, sagt er.

Im Raum nebenan präsentieren Studierende des Fachbereichs Fashion Journalism & Communication ihre aktuellen Projekte. Eine Arbeit sticht besonders ins Auge, denn sie befasst sich mit vereinfachter Sprache in den Medien und der Frage, wie Texte verständlicher werden können. Im Untergeschoss stellt Paula Rüth zusammen mit Kommilitonen des Fachbereichs Marken- und Kommunikationsdesign ihre Abschlussarbeit „Gewalt unter der Geburt“ vor. Sie hat ihren Bachelor of Arts in der Tasche und eine 1,0 für ihr Projekt auf dem Zeugnis. Die 23-Jährige hat eine Kampagne entwickelt, die Gewalt gegen Schwangere während der Geburt in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Ein Thema, das weitaus mehr Frauen betrifft, als bisher bekannt ist. Als sie ihrem Professor von der geplanten Abschlussarbeit zum ersten Mal erzählte, war er noch skeptisch. Aber Paula startete eine Petition unter dem #stopviolenceunderbirth und hofft, mit ihrer Kampagne für die Vorgänge vor und während der Geburt in Kliniken zu sensibilisieren.

Die Werkschau nutzt die AMD, um zwei neue Studiengänge vorzustellen. In Derendorf kann seit kurzem Interior- und Produktdesign studiert werden.

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