Düsseldorf: Mit Tempo 128 im Rheinufertunnel – Raser schiebt Schuld auf Onkel 

Verhandlung im Amtsgericht Düsseldorf : Mit Tempo 128 im Tunnel – Raser schiebt Schuld auf Onkel

Um drei Monate ohne Führerschein und eine Geldbuße zu umgehen, versuchte sich ein Familienvater vor Gericht herauszureden. Das Düsseldorfer Amtsgericht glaubte ihm aber nicht.

Als Raser, der mit Tempo 128 nachts durch den Rheinufertunnel gezischt ist, akzeptierte ein junger  Familienvater beim Amtsgericht eine 300-Euro-Buße plus zwei Monate Fahrverbot. Und das, obwohl er beteuerte, er habe nicht am Steuer gesessen, sei nicht gefahren.

Sein Auto habe er im November 2018 an seinen Onkel verliehen – und ein bulgarischer Mitarbeiter des Onkels sei der Fahrer gewesen. Leider sei jener rasante Mann längst in seine Heimat zurückgekehrt. Weit kam der Angeklagte nicht. Ein Rechtsmediziner fertigte im Gerichtssaal ein Foto des Angeklagten und verglich es mit dem Blitzerfoto des Tempofahrers. Ergebnis: Der Gesamteindruck der Aufnahmen sei „durchaus stimmig“. Also sei es „sehr wahrscheinlich“, dass der Autobesitzer bei der Tempofahrt am Steuer saß. Tatsächlich hat der Angeklagte Erfahrung mit einem Fahrverbot, war einst mit 33 km/h zu schnell geblitzt worden, musste vier Wochen aufs Autofahren verzichten. Seine Hoffnung, der Richter würde jetzt, da es um eine Tempoüberschreitung von 58 km/h ging, ein Auge zudrücken, erfüllte sich nicht. Nach Rücksprache mit seiner Anwältin zog der Angeklagte den Protest gegen Geldbuße und Fahrverbot zurück. Und blieb dabei, er sei gar nicht gefahren.

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