Düsseldorf: Mini-Camp im Poledance-Studio Pole Land

Poledance in Düsseldorf : Hoch hinaus

Malwina Steinhoff und Pia Karaus betreiben ein Poledance-Studio in Oberbilk. Normalerweise wird bei „Pole Land“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Beim Mini-Camp am 6. und 7. Juli sind auch Zuschauer willkommen.

Eigentlich richte sich das zweitägige Mini-Camp an jene, die sich in unterschiedlichen Formen des Tanzens versuchen möchten, sagt Pia Karaus. Insgesamt sechs Kurse werden an dem Wochenende angeboten. Der klassische Tanz an der Stange steht ebenso auf dem Programm wie Chair Dance oder Lap Dance. Alle drei genannten Spielarten stammen ursprünglich aus Nachtclubs. Der Chair Dance ist ein erotisch angehauchter Tanz, der auf, neben und unter einem Stuhl absolviert wird. Der Lap Dance ist artverwandt, mit dem Unterschied, dass auf dem Stuhl jemand sitzt, der vom Tanzenden, nun ja, körperlich umgarnt wird.

Seit einigen Jahren erlebt gerade der Poledance einen regelrechten Boom. Die Kombination aus sinnlichem Tanz, Akrobatik sowie Elementen aus dem Ballett, Kraft- und Ausdauersport wird mittlerweile in zahlreichen Fitnesscentern und eigens darauf spezialisierten Studios angeboten. Das Anrüchige, betont Malwina Steinhoff, habe der Tanz an der Stange längst verloren: „Es ist überhaupt nicht sexy oder lasziv. Sondern eher sportlich fordernd und technisch sehr anspruchsvoll.“

Die 32-Jährige muss es wissen. Sie betreibt die Sportart seit nunmehr zehn Jahren – und das genauso ambitioniert wie ihre Partnerin Pia Karaus. Gemeinsam sind die beiden Freundinnen aus Kindertagen 2015 Deutsche Meisterinnen im „Double Amateur“ geworden. Im selben Jahr haben sie ihr Poledance-Studio im Hinterhof an der Kölner Straße eröffnet. Vier Jahre später haben sich die beiden polnisch stämmigen Frauen längst einen Namen gemacht. Und der ist bis nach Berlin vorgedrungen. Hauptstadt-Rapperin Haiyti engagierte Steinhoff für ihr Video „Dope Game“. In Düsseldorf absolvierten die beiden Studio-Betreiberinnen zuletzt einen Auftritt bei einer Schützen-Veranstaltung in den Rheinterrassen. „Erst kamen die Funkenmariechen, dann kamen wir“, sagt Steinhoff und lacht.

Obwohl es in Düsseldorf mittlerweile vier Poledance-Studios gibt, sei die Nachfrage nach Kursen seit der Gründung von „Pole Land“ kontinuierlich gestiegen, berichtet Pia Karaus. „Deshalb haben wir im vergangenen Jahr auch ein zweites Studio dazugemietet.“ Die 270 Quadratmeter messende Halle, mit 5,50 Meter hohen Decken und großen Oberlichtern liegt im selben Hinterhof wie Halle Nummer eins, die nur unwesentlich kleiner ist. 30 Kurse pro Woche verteilen sich auf die beiden Räume. Wenn nicht gerade trainiert wird, können die Hallen für Veranstaltungen angemietet werden. „Für Firmenfeiern zum Beispiel“, sagt Karaus. Aber auch Seminare, Workshops und Kulturevents seien denkbar.

Bis heute ist der Poledance eine überwiegend weibliche Angelegenheit. Das Gros der Kursteilnehmer sind junge Frauen unter 30, „wir haben aber mittlerweile auch ein paar männliche Schüler“, berichtet Steinhoff. Und selbst Minis ab fünf Jahren können sich bei „Pole Land“ neuerdings in die akrobatischen und turnerischen Seiten des Poledance einweihen lassen. Das Training wirke sich bei den Kids positiv auf Koordination und Motorik aus, erklärt Karaus. Der überwiegende Teil der Kurse, die werktags in den Nachmittags- und Abendstunden stattfinden, wird von den Studio-Betreiberinnen selbst geleitet. Über einen Mangel an Bewegung können die beiden also nicht klagen. Entsprechend wohlgeformt sind ihre Körper. Den derzeitigen Trend zum bauchfreien Oberteil können Karaus und Steinhoff bedenkenlos mitmachen. Vom Poledance sind sie einen wesentlich knapperen Dress gewohnt: „Um an der Stange Halt zu finden, ist es wichtig, dass man möglichst wenig Kleidung trägt“, sagt Karaus. Die klassische Poledance-Kluft besteht daher – ähnlich wie bei den Beachvolleyballerinnen – aus einer sehr kurzen, engen Hose und einem Top.

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