Düsseldorf: Mehrheit lehnt Drohnen gegen Gänse ab

Tiere in Düsseldorf : Mehrheit lehnt Drohnen gegen Gänse ab

Der Vorschlag der FDP, die Tiere mit Drohnen zu verscheuchen, wird von anderen Parteien kritisch gesehen. Diese würden sich nur anderswo ansiedeln. Die Liberalen sehen die Idee als Teil eines Maßnahmenpakets, aktuell werde zu wenig getan.

Die Überpopulation der Kanadagänse elektrisiert die Düsseldorfer, das hat jetzt auch wieder ein Antrag der FDP, den Einsatz von Drohnen gegen Gänse prüfen zu lassen, gezeigt. Die Partei will das Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 am Freitag, 24. Januar, zur Sprache bringen.

Sebastian Rehne von der FDP verteidigt den Antrag, der hohe Wellen geschlagen hat. „Gegen die starke Verschmutzung unserer Parks durch den Kot der Kanadagänse hat bisher kein Lösungsansatz erkennbare Verbesserungen erzielt. Wir suchen nun nach Lösungen, die selbstverständlich den Tierschutz wahren, gleichzeitig aber dafür sorgen, dass die Wiesen wieder sauber genug sind.“

In Ottawa soll der Ansatz mit einer Drohne erfolgreich gewesen sein. Es gebe aber auch Beispiele, etwa Mülheim, wo es nicht geklappt haben soll. „Tatsache ist, dass es zum jetzigen Zeitpunkt kein fertiges Rezept mit wissenschaftlich belegten Daten gibt. Aber das Problem mit dem vielen Gänsekot ist zu groß, um weiter auf das Prinzip Hoffnung zu setzen“, so Rehne. Die bisherigen Maßnahmen sollten in jedem Fall weitergeführt werden, „wahrscheinlich ist es am Ende ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen, der zum Erfolg führt“.

Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD) hält hingegen nichts von dieser Idee. „Ich bewerte sie als rein populistisch.“ Der Gänsebestand werde mit dieser Methode nicht reduziert, die Tiere würden einfach nur auf andere Grünflächen vertrieben. Der FDP würde es besonders um den Spee’schen Graben gehen. „Werden die Tiere dort vertrieben, fliegen sie zur Rheinwiese am Kit und von da aus dann nach Oberkassel. Dann haben wir das Problem für unseren Stadtbezirk gelöst, aber eben nicht generell“, sagt Spillner. Außerdem befürchte das Gartenamt, dass sich die Tiere an die Drohnen gewöhnen und diese Methode dann bald ihre Wirkung verliert. Sie setzt auf das Gänsemanagement des Gartenamtes, Eier aus den Nestern zu nehmen, um den Bestand zu reduzieren.

 Ihr Bürgermeister-Kollege Uwe Wagner aus der Bezirksvertretung 2 betrachtete angesichts der Gänseplage im Zoopark eine Vertreibungstaktik, womöglich auch durch Drohnen, vor zwei Jahren zumindest als Option, „inzwischen habe ich mich aber eines Besseren belehren lassen: Vertreibung führt nur zur Verdrängung, wenn die Gänse heute aus dem Hofgarten und von den Rheinwiesen verscheucht werden, lassen sie sich morgen im Zoopark oder Südpark nieder“, sagt Wagner. Der Bezirksbürgermeister hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und ist mehr denn je der Überzeugung: „Es kann nur eine stadtweite Lösung funktionieren.“ Und die erfordere nun mal leider Geduld: „Reduzierung der Brut, es den Gänsen an ihren Lieblingsorten so ungemütlich wie möglich machen, ihnen etwa den Zugang zum Wasser zu erschweren.“ Dennoch würde sich Wagner wünschen, dass zusätzlich zum Gänsemanagement etwas mehr gemacht würde. Zum Beispiel Ausquartieren: „Es gibt schöne Rheinauen, da siehst du weit und breit keinen Mensch, da würde auch eine Herde Gänse nicht stören.“

Annette Klinke von den Grünen im Stadtbezirk 1 lehnt einen Einsatz von Drohnen gegen Gänse ebenfalls ab. „Das sind nun mal Vögel. Selbst wenn man sie für den Moment vertreiben kann, fliegen sie entweder woanders hin oder kommen nach kurzer Zeit wieder. Die merken auch schnell, dass dieses komische Geräusch so gefährlich nicht ist.“ Klinke plädiert dafür, das Gänsemanegement weiter zu verfolgen und sich ein wenig in Geduld zu üben, „auch wenn es dann vielleicht drei Jahre dauert“. Außerdem sieht Klinke das Füttern von Gänsen als großes Problem an, „offenbar gefällt es den Tieren auch deswegen so gut bei uns“.

Bei der Stadt stößt die Idee, Kanadagänse mit Drohnen zu verscheuchen, auf harsche Kritik. „Gänse lassen sich durch unterschiedliche Maßnahmen – wie den Einsatz von Hunden oder Drohnen – zwar kurzfristig von bestimmten Flächen verscheuchen. Die Tiere gewöhnen sich jedoch unmittelbar an solche Einflüsse, sodass die Maßnahmen schnell wirkungslos werden“, erklärt Sprecher Manuel Bieker. Genau dies hätten auch andere Kommunen festgestellt, die bereits Versuche mit Drohnen durchgeführt haben.

Das städtische Konzept mit Schwerpunkt der Gelegekontrolle sei hingegen darauf ausgerichtet, langfristig die Bestände zu bekämpfen. „Die Verwaltung sieht im Einsatz von Drohnen keine Möglichkeit, die Anzahl von Gänsen in Parkanlagen auf lange Sicht zu reduzieren“, so Bieker.