Düsseldorf: Mehr schlechte Noten für die Bahnhöfe

Nahverkehr : Mehr schlechte Noten für die Düsseldorfer Bahnhöfe

Der Zustand vieler Düsseldorfer Stationen hat sich nach Meinung der Tester verschlechtert, die im Auftrag des VRR unterwegs waren. Landesweit ist der Trend dagegen positiv.

Schlechte Nachrichten für Bürger, die in der Landeshauptstadt mit dem Zug unterwegs sind: Trotz millionenschwerer Programme ("Modernisierungsoffensiven") hat sich der Zustand der 25 Düsseldorfer Bahnhöfe verschlechtert. So sehen es jedenfalls die Tester, die im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) die Stationen von Angermund bis Hellerhof unter die Lupe genommen haben. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Der Bericht Die jetzt veröffentlichten Bewertungen zur Sauberkeit, Funktionalität von Geräten und Ausstattungen sowie zur Verschmutzung mit Graffiti beziehen sich auf 2016. Vier Mal kamen Tester des VRR an jeden der 25 Bahnhöfe im Stadtgebiet und notierten ihre Eindrücke. Am Ende mussten sie die drei Kategorien - jeweils getrennt für den Bahnsteig und den Zugangsbereich - mit einem grünen, gelben oder roten Punkt bewerten. Die Farben stehen für "akzeptabel", "noch akzeptabel" und "nicht mehr akzeptabel", sie werden zusätzlich zu einer "Gesamtbewertung" für jeden Haltepunkt verschmolzen.

Die Gewinner Immerhin fünf der 25 Stationen landen nach Einschätzung der Tester bei einem Gesamturteil im grünen Bereich. Darunter finden sich der Hauptbahnhof und der Flughafen Bahnhof, aber auch der S-Bahnhof am Zoo, der hochgestuft wurde. Die Wertung "akzeptabel" bedeutet, dass mit Blick auf Sauberkeit und Funktionalität zurzeit kein größerer Handlungsbedarf besteht. Fortschritte gab es auch in Hamm ("noch akzeptabel" statt "nicht mehr akzeptabel").

Die Verlierer Fünf Haltepunkte haben sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Eller-Mitte (rot statt gelb), Eller-Süd (gelb statt grün) und Rath-Mitte (rot statt gelb) zählen dazu. Besonders krass ist der Abstieg in Friedrichstadt und Hellerhof. 2015 noch in der grünen Spitzengruppe, fanden die VRR-Prüfer sie im vergangenen Jahr "nicht mehr akzeptabel". Der Vergleich Dass sich im Vergleich zum Vorjahr fünf Düsseldorfer Bahnhöfe verschlechtert und nur zwei verbessert haben, ist auch deshalb bitter, weil der Trend im VRR-Gebiet in die umgekehrte Richtung weist. "Insgesamt freuen wir uns über die erzielten Ergebnisse im Stationsbericht. Sie haben sich im zum Vorjahr verbessert und zeigen auch im Dreijahresvergleich eine Zunahme der guten Bewertungen", sagt ein Bahnsprecher. So erhielten 154 der 296 Bahnhöfe die Bewertung "akzeptabel", nur noch 39 Stationen machten einen "nicht akzeptablen" Eindruck - darunter acht in der Landeshauptstadt.

Die Ursachen Für den Abstieg sorgt in den meisten Fällen der Punkt Graffiti. "Das Phänomen hat in den vergangenen Jahren zugenommen, ganz besonders gilt das für Großstädte", sagt Peter Grein, Leiter des Düsseldorfer Bahnhofsmanagements. Wer aus ländlichen Gebieten einpendele, könne das aus dem Zugfenster heraus beobachten. Hinzu komme, dass auch Graffiti in der Umgebung der Bahnsteige in die Bewertung mit einflössen. "Genau diese Punkte ziehen uns nach unten", sagt Grein, der den Versuch, das Thema in den Griff zu bekommen mit einem "Kampf gegen Windmühlen" vergleicht.

Die Strategie Besonders ärgerlich ist das Düsseldorfer Ergebnis aus Sicht der Bahn auch deshalb, weil seit Jahren viel Geld in die Verbesserung fließt. "Modernisierungsoffensive" (MOF) sind die Programme betitelt. Und tatsächlich findet sich im Stationsbericht ausgerechnet hinter dem soeben krass abgewerteten S-Bahnhof Hellerhof die Anmerkung "Modernisierung im Rahmen MOF 2 erfolgt". Freilich setzt die Bahn auch künftig auf diese Projekte. So wurden vor gut einem Jahr Finanzierungsverträge zur Modernisierung von 106 Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen unterzeichnet. Von dem Paket sollen landesweit 35 Bahnhöfe profitieren, darunter die Düsseldorfer S-Bahnhöfe Völklinger Straße und Friedrichstadt. Das Volumen des Projekts für ganz NRW: 162 Millionen Euro.

(jj)