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Düsseldorf: Mehr Landstrom für Schiffe am Rhein

Energieversorgung : Mehr Landstrom für Schiffe

Am Robert-Lehr-Ufer wurden jetzt zwei neue elektrifizierte Steiger der Neuss-Düsseldorfer Häfen in Betrieb genommen. Damit sind vier von zwölf geplanten Anlegestellen in der Stadt mit Strom versorgt.

Mit der Landstrom-Versorgung in Düsseldorf geht es voran. Am Robert-Lehr-Ufer in der Nähe der Rheinterrasse wurden jetzt zwei elektrifizierte Steiger in Betrieb genommen, mit denen Hotel- und Kreuzfahrtschiffe mit Strom versorgt werden können. Damit sollen Emissionen vermieden werden, weil die Schiffe nach dem Anlegen nicht mehr ihre Dieselmotoren laufen lassen müssen. „Ich bin froh, dass wir beim Thema Landstrom ernst machen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel. Wenn alle über Luftqualität und Stickoxide redeten, dann dürfe es dabei nicht nur um die Diesel-Lkw und -Pkw gehen, die auf der Corneliusstraße unterwegs sind: „Ein wichtiger Faktor ist auch die Schifffahrt.“

Die Hafengesellschaft Rheincargo, die zur Hälfte den Neuss-Düsseldorfer Häfen gehört, ist Betreiber der neuen Steiger, für die rund 200.000 Euro investiert wurden. Ausgerüstet wurden sie von den Rheinwerken, einer Tochter der Düsseldorfer Stadtwerke und der Kölner Rheinenergie. Stadtwerke-Vorstandschef Udo Brockmeier betonte, man habe erkannt, dass man wichtige Themen koppeln müsse – etwa Strom, Wärme und Verkehr, die hier alle eine Rolle spielen. Über Anschlüsse wie die hier neu installierten gehen in einem Jahr nach seinen Angaben rund 700 Megawatt Strom – etwa der Jahresverbrauch in 200 Vier-Personen-Haushalten. Pro Steiger würden damit mehrere tausend Tonnen Diesel gespart.

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„Natürlich würden wir uns wünschen, dass die Einrichtung schneller geht“, fügte Brockmeier hinzu. Doch die Rahmenbedingungen machen das nicht leicht: Da ist der Überschwemmungsschutz, am Ufer greift zudem der Denkmalschutz: „Da kann man nicht einfach mal einen Trafo ans Ufer stellen.“ In diesem Jahr waren im Januar bereits zwei elektrifizierte Steiger für die Bonner Personen Schiffahrt und die Viking River Cruises in Betrieb genommen worden. Damit sind vier Anlegestellen mit Strom versorgt, in einem weiteren geplanten Bauabschnitt kommen noch einmal drei dazu: die beiden Anlegestellen der Scylla AG und eine weitere der Bonner Personen Schiffahrt (zwischen Burgplatz und Oberkasseler Brücke). Bis Ende des Jahres sollen, so Oberbürgermeister Geisel, damit mehr als die Hälfte der Anlegestellen in Düsseldorf angeschlossen sein. Eine ähnliche Entwicklung wie in Düsseldorf gibt es aktuell in zahlreichen anderen Städten an Flüssen und Kanälen, wie der Rheinenergie-Vorstandsvorsitzende Dieter Steinkamp sagt. Oft seien Hafengesellschaften und Reedereien von sich aus initiativ. Für sein Unternehmen und die Rheinwerke ein interessantes Geschäftsfeld: Man decke den kompletten Bereich ab, „vom Frachtschiff bis zum großen Kreuzfahrtschiff, inklusive Betrieb, Wartung und Abrechnung“.

Das Geschäftsfeld ist auch deshalb interessant, weil es durch den anhaltenden Kreuzfahrt-Boom wohl noch weiter wachsen wird. Für Touristen werden die Städte entlang des Flusses damit noch attraktiver, wie Rheincargo-Geschäftsführer Jan Sönke Eckel sagt. „Die Einrichtung der Landversorgung an den beiden Steigern ist somit auch eine Investition in die Zukunft.“

Im Hamburger Hafen startete 2016 sogar ein Pilotprojekt für Landstrom für große Kreuzfahrtschiffe wie etwa die der Aida – weltweit gibt es diese Infrastruktur aber nur selten. Das Unternehmen hat angekündigt, dass bis 2020 alle seine Schiffe Landstrom-Anschlüsse haben werden.