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Düsseldorf: Mauerstück am Landtag soll Mahnmal werden

Landtag in Düsseldorf : Mauerstück soll Mahnmal werden

Der Landtag stellt Mittel für den Erhalt bereit und will deswegen jetzt auf die Stadt zugehen. Das Mauerstück steht seit 2009 im Bürgerpark Unterbilk.

(ujr) Wenn es nach den Mitgliedern des Landtags geht, soll das im Bürgerpark Unterbilk stehende Teil der Berliner Mauer in den Rang eines Mahnmals erhoben, gepflegt und aufgewertet werden. Die Mittel dafür würde die Landesregierung bereitstellen. Deswegen sollen nun Verhandlungen mit der Stadt Düsseldorf aufgenommen werden. Anlass dieses aktuellen Beschlusses des NRW-Parlaments: An diesem Dienstag jährt sich der 9. November 1989, der Tag des Mauerfalls.

Den Vorstoß im Parlament hat die Regierungsmehrheit von CDU und FDP unternommen. Für sie ist die Erinnerung an das Unrecht der Opfer der SED-Diktatur wichtig. Die Folgen dieses dunklen Zeitabschnitts wirkten bis heute fort, heißt es im Antrag der beiden Fraktionen. Viele Menschen litten bis heute unter den Folgen. Der Beschluss fiel am vergangenen Freitag.

Seit dem Jahr 2009 befindet sich in unmittelbarer Nähe des Landtags ein Betonsegment der Berliner Mauer. Gestiftet hat es der Springer-Verlag. „Es ist für uns heute ein Symbol für die Kraft von Freiheit und Selbstbestimmung, zudem aber auch ein Mahnmal für deren immerwährende Gefährdung“, heißt es im schwarz-gelben Antrag. „Daher ist es unsere Verpflichtung, dieses Segment als historisch-politisches Erbe zu schützen und zu pflegen.“

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Der CDU-Abgeordnete Günther Bergmann meint, das Mauerstück stehe an seinem Platz etwas verloren. Es sei als Monument früher selbsterklärend gewesen – aber jetzt wüchsen Generationen heran, die mit der DDR nichts zu tun hatten. „Das Gedenken ist kein Selbstläufer mehr.“ Angela Freimuth, Sprecherin der FDP-Fraktion im Hauptausschuss, ergänzt: „Unsere Freiheit muss jeden Tag neu erkämpft werden, daran erinnert uns das Mauersegment.“ Diese Bedeutung des Mahnmals auch künftigen Generationen zugänglich zu machen, sehe sie „als unsere Aufgabe an – als Politik und als Generation der Zeitzeugen der deutsch-deutschen Teilung.“