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Düsseldorf Marathon 2018 - Reinhold Meyer hat noch keinen Marathon ausgelassen

Marathon 2018 : Mit Leidenschaft durch Düsseldorf rennen

Reinhold Meyer hat noch keinen der 15 Düsseldorfer Marathons ausgelassen. Für ihn ist der Lauf eine gute Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen.

.Für Sonntag hat Reinhold Meyer schon einen akribischen Zeitplan erstellt, denn dann will er nicht in Stress kommen, sondern sich voll konzentrieren können. Dann gehen in Düsseldorf bei der diesjährigen Ausgabe des Metro-Marathons wieder tausende Läufer am Joseph-Beuys-Ufer an den Start, darunter auch der Benrather. Er hat noch keinen der bisher 15 Düsseldorfer Marathons ausgelassen. "Diesen zu laufen ist für einen Düsseldorfer wunderschön. Man erlebt dann die Stadt sehr komprimiert und entdeckt dabei noch unbekannte Ecken", sagt der 51-Jährige.

Um die Vorfreude zu steigern, fährt er einige Tage vor dem Start schon einmal die rund 42 Kilometer lange Laufstrecke ab. Für Meyer ein Klacks, denn er ist auch Triathlet und hat ebenfalls bislang keinen der Düsseldorfer Triathlons verpasst. Um dafür im Vorfeld Vorfreude zu tanken, hat er ein weiteres Ritual entwickelt. "Ich schwimme vorher schon einmal durch das Hafenbecken." Reinhold Meyer kommt nicht vom Leistungssport, sondern wollte mit Freunden den ersten Düsseldorf Marathon mitlaufen. In einer Gruppe des Allgemeinen Rather Turnvereins hat man sich damals gemeinsam auf den ersten großen Lauf vorbereitet - und dabei die Leidenschaft für lange Läufe geweckt. Inzwischen nimmt Meyer an rund fünf Marathons oder Triathlons im Jahr teil. Dass er das packt, führt er auf eine intelligente Vorbereitung aber auch auf biologisches Glück zurück. Dass der Körper aber auch wirklich noch für so eine Belastung geeignet ist, lässt Meyer regelmäßig durch ein Belastungs-EKG und ein Herzultraschall checken.

Vier bis fünf Mal in der Woche trainiert er intensiv, läuft mindestens einen Halbmarathon. Da das Training sehr zeitintensiv ist, steht er winters wie sommers bei Sonnenaufgang, also schon einmal um fünf Uhr auf. "Deshalb laufe ich meistens alleine, da es schwer ist, dann einen Trainingspartner zu finden." Manchmal läuft er aber auch die zwölf Kilometer zur Arbeit oder fährt mit dem Fahrrad dorthin. Ansonsten trainiert er gerne in der Urdenbacher Kämpe und im Benrather Schlosspark. "Ich laufe ohne Musik, weil ich die Naturgeräusche mitbekommen will. Und im Straßenverkehr sind mir Kopfhörer zu gefährlich."

Möglich ist das intensive Training aber nur, weil er als Zahnarzt zusammen mit seiner Frau Antje eine Praxis leitet. "Meine Mitarbeiterinnen sorgen dafür, dass ich pünktlich los kann und meine Frau trägt mein Hobby zum Glück mit." Und sie feuert ihren Mann am Streckenrand an, in den Anfangszeiten auch noch mit den inzwischen erwachsenen Kindern. "Das motivierte schon, wenn die Kinder mit Schildern mit der Aufschrift ,Gib Gas Papa!' da standen." Gut gebrauchen kann er so einen Motivationsschub immer am Streckenabschnitt Lindemannstraße. "Der ist für mich persönlich jedes Mal ganz schrecklich. Dann habe ich rund 30 Kilometer hinter mir - dort ist immer mein Akku leer." Helfen würden ihm dann sogenannte Powergels, eine komprimierte Sportlernahrung. Ab der Kö würde er dafür von der Begeisterung der Zuschauer regelrecht ins Ziel getragen. "Die Musikbands sind auch sehr hilfreich."

Alle Infos zu Strecke, Programm und Sperrungen

Die Bestzeit von Reinhold Meyer liegt beim Düsseldorf Marathon bei drei Stunden und 15 Minuten. "Ich laufe so, dass ich nicht völlig kaputt ins Ziel komme, den Körper nicht krank mache." Für Sonntag wünscht er sich kaltes Wetter und Regen. "Ich leide etwas unter Allergien und dann sind keine Pollen unterwegs." Gefeiert wird nach dem Lauf immer traditionell mit der Familie und Lauffreunden im Uerige. "Dort gönne ich mir ein bis drei Zielbiere, denn bis auf Karneval und der Zeit im Skiurlaub habe ich seit Silvester keinen Alkohol getrunken."

(brab)