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Düsseldorf: Man müsste Brücken übers Mörsenbroicher Ei schlagen

Unfallschwerpunkt in Düsseldorf : Man müsste Brücken übers Mörsenbroicher Ei schlagen

Das Mörsenbroicher Ei ist der komplizierteste Verkehrsknotenpunkt Düsseldorfs. Das will die FDP ändern und kündigt an, im Falle einer weiteren schwarz-gelben Mehrheit noch im Herbst den Plan für einen radikalen Umbau auf den Weg zu bringen.

Nachdem die FDP - natürlich als Zückerchen im Wahlkampf - die Entwirrung des Knotenpunktes Mörsenbroicher Ei angekündigt hatte, bekam sie dafür weder vom Partner CDU noch von Verkehrsexperten Beifall. Einhellige Meinung: Der von den Liberalen vorgeschlagene Kreisverkehr sei dort nicht machbar, eine Lösung auf dem vorhandenen Raum nicht möglich.

Der FDP-Verkehrsexperte Manfred Neuenhaus akzeptiert das nicht: "Wir haben in Düsseldorf in den letzten Jahren eine Menge Verkehrsprobleme entschärft, bei denen wir uns vorher eine Lösung ebenfalls kaum hätten vorstellen können." Er bleibt dabei: Wenn es nach der Wahl wieder eine schwarz-gelbe Mehrheit im Rat gibt, will man die Planung für einen Umbau der Doppel- und Dreifach-Kreuzung in Auftrag geben. Der Umbau, so die Idee der FDP, soll ein wichtiges Bauprojekt der nächsten Ratsperiode und in dieser Zeit auch umgesetzt sein.

Der Knotenpunkt leidet allerdings gleich unter einer ganzen Reihe von komplizierten Problemen:

Ampel Vogelsanger Weg Der Verkehr der A 52, der am Mörsenbroicher Ei auf städtische Straßen stößt und schon allein dadurch gebremst wird, muss vorher die Ampel der Kreuzung Vogelsanger Weg passieren - vermutlich einmalig in NRW, wenn nicht in Deutschland: Eine Ampelanlage regelt querenden Verkehr auf einer Autobahn, auch wenn es kurz vor deren Ende ist. Im Rahmen eines Umbaus müsste diese Ampel verschwinden und geprüft werden, wie und wo man den Querverkehr dort künftig fließen lässt.

Die Abfahrt von der A 52 in Richtung Innenstadt Zigtausende Pendler fahren auf dieser Route jeden Morgen in die Stadt und abends wieder hinaus. Wollen sie die Stadt verlassen, können sie das über eine Brückenkonstruktion tun, die sich in kühnem Schwung über die Straße wölbt und auf die Autobahn führt - wo allerdings wenig später die oben genannte Ampel den Verkehrsfluss stocken lässt (siehe 1.). Dennoch läuft es dort vergleichsweise flott. Umgekehrt allerdings staut sich der Verkehr auf mehreren Kilometern Länge, bevor er sich in den Kreuzungen Grashof-, Heinrichstraße, Münsterstraße, St.-Franziskus- und Brehmstraße zu verteilen sucht. Zumindest in Teilen müssten auch diese Fahrzeug-Ströme durch Überflieger beschleunigt in die anderen Straßen gebracht werden.

Innenstadt-Verkehr Die riesige Kreuzung nervt nicht nur die ein- und ausfahrenden Pendler, sondern behindert auch Fahrzeuge auf den Routen innerhalb der Stadt. Beispielsweise ist der Weg aus Richtung West (Theodor-Heuss-Brücke) Richtung Ost (Gerresheim oder Grafenberg, aber auch Richtung Rath) im Bereich des Mörsenbroicher Eis selten störungsfrei. Der abfließende Verkehr von der Autobahn überlastet die Kreuzung, bei Grün einfahrende Autos, die nicht weiter kommen, verursachen zusätzliche Hindernisse mit der Folge, dass oft über Minuten gar nichts geht, in keine Richtung. Auch dies wäre lösbar, wenn diese Verkehre einen Überflieger nutzen könnten.

Umbau Egal, wie man eine neue Konstruktion anginge - der Aufwand wäre gigantisch und würde in der Bauphase die ohnehin schwierige Situation nochmals auf Jahre verschärfen. Umleitungen wären angesichts der Lage der Kreuzung nur sehr großräumig denkbar.

(RP)