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Düsseldorf Loverboy zu 4,5 Jahren Haft verurteilt

Verfahren vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Loverboy zu Haftstrafe verurteilt

Weil er eine 19-jährige Schülerin zwang, im Bordell zu arbeiten, ist ein 37-Jähriger nun zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Darüber hinaus muss er eine hohe Geldsumme zurückzahlen.

Zu viereinhalb Jahren Haft hat das Landgericht am Freitag einen 37-Jährigen aus Duisburg verurteilt. Der Schuldspruch erging wegen ausbeuterischer Zuhälterei, wegen Erpressung sowie schwerer Zwangsprostitution. Mit einem Teilgeständnis hatte er zu Prozessbeginn vor vier Wochen die dauerhafte sexuelle Ausbeutung einer 19-jährigen Schülerin bestätigt. In der Verhandlung ließ er durch seine Anwältin bestätigen, dass er von Herbst 2017 bis Frühjahr 2019 vom Liebeslohn seiner damaligen Freundin gelebt habe. Doch die Anklage ging auch davon aus, dass die junge Frau damals unter Zwang des Angeklagten in Bordellen arbeiten musste.

So habe der 37-Jährige fast alle Einkünfte der Frau von rund 86.000 Euro einkassiert. Als sie sich dann von ihm trennen wollte, habe er gedroht, ihren Eltern von ihrer Tätigkeit zu berichten – wenn sie ihm nicht eine „Abstandszahlung“ von 40.000 Euro zahle. Als „Kompromiss“ bot er ihr angeblich an, „jeden Freitag“ bei ihr tausend Euro in bar abzuholen. Das hatte der 37-Jährige bestritten und beteuert, die Frau habe alle Dienste freiwillig geleistet Dem Gericht lagen aber auch Mitschnitte von Telefonaten des Angeklagten vor, die ihn schwer belasteten. Am fünften Prozesstag kamen die Richter daher zur erwähnten Haftstrafe. Zusätzlich wurde gegen den Angeklagten die Einziehung der von ihm erbeuteten 86.400 Euro angeordnet.

(wuk)