Nahostkonflikt in Düsseldorf Massive Kritik an Anti-Israel-Demo auf dem Campus der Hochschule

Düsseldorf · Die FDP empört sich unter anderem über die Nähe zum Erinnerungsort Alter Schlachthof, von wo aus im Zweiten Weltkrieg Deportationen starteten. Die Hochschule muss sich Vorwürfe gefallen lassen.

 Die Demo fand in unmittelbarer Nähe zum Gedenkort (hinten) statt.

Die Demo fand in unmittelbarer Nähe zum Gedenkort (hinten) statt.

Foto: Daniela Maslau

Eine antiisraelische Demonstration auf dem Campus der Hochschule Düsseldorf (HSD) hat am Mittwoch für Empörung gesorgt. Die unmittelbare Nähe zum Erinnerungsort Alter Schlachthof, von wo aus Tausende Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager deportiert wurden, sorgt für massive Kritik der FDP. „Wir erwarten, dass die Hochschule erklärt, wie eine solche Veranstaltung an diesem Ort stattfinden konnte. Es muss klar sein und sichergestellt werden, dass sich so etwas nicht wiederholt“, sagte der Vorsitzende der FDP Düsseldorf Moritz Kracht:

Die Vorsitzende der FDP-Gruppe in der Bezirksvertretung 1, Daniela Masberg, verfolgte den Aufzug vor Ort. Sie sagte: „Die Eindrücke, die ich heute vom Campus der Hochschule mitgenommen habe, erschüttern mich. Wir werden das zum Thema in der Bezirksvertretung machen.“ Sie wolle sich dafür einsetzen, dass dieser Ort als historisches Gebäude mit besonderer Bedeutung eine Sperrzone für Veranstaltungen wird, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der HSD stehen. „Das Gedenken an die Deportationen und die Opfer des Holocausts muss weiter möglich sein – gegenteilige Provokation haben an diesem Ort nichts verloren.“

Laut Masberg ist von den Demonstranten auch „Völkermörder Israel“ gerufen worden. Dies habe sie wegen der direkten Nähe zum Ort von Deportationen als sehr beklemmend empfunden.

Die Polizei berichtet von einer Demonstration mit dem Titel „Für den Waffenstillstand in Gaza und den Zusammenhalt an unserem Campus“ mit rund 100 Teilnehmern an der Münsterstraße. Eine sehr kleine Gruppe habe zudem dagegen demonstriert, Motto: „Kein Platz für judenfeindliche Terrorcamps an Universitäten.“ Es habe keine Auffälligkeiten gegeben, sagte eine Sprecherin der Polizei.

Laut Simone Fischer, Sprecherin der Hochschule, habe die Polizei die HSD in der vergangenen Woche über die Anmeldung der Demonstration durch die „Students for Palestine“ informiert. Dies sei keine offizielle Organisation der HSD. Bei den öffentlich zugänglichen und nutzbaren Flächen des Campus habe die Hochschule keine Möglichkeit, ein Hausrecht auszuüben. Man achte die Meinungsfreiheit. Gleichwohl sei man strikt gegen Rassismus und Antisemitismus. Sollten der HSD solche Vorfälle gemeldet werden, werde man sie zur Anzeige bringen.

Die Anti-Israel-Demo begann um 12 und endete um 16.30 Uhr. Kurz darauf beendeten die Gegendemonstranten ihre Aktion. Sie war ursprünglich bis 21 Uhr angemeldet.

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