Düsseldorf: Kork und Sand statt Granulat auf Kunstrasenplätzen

Sportplätze in Düsseldorf : Kork und Sand statt Granulat auf Kunstrasenplätzen

Eine mögliche EU-Vorgabe beträfe in Düsseldorf 60 Spielfelder. Auf Kunststoffgranulat soll ab 2022 verzichtet werden.

Die Stadt Düsseldorf ist darauf vorbereitet, sollte die EU ab dem Jahr 2022 ein Verbot des üblichen Kunststoffgranulats für Kunstrasenplätze beschließen. Sie will in Zukunft beim Bau von neuen Spielfeldern auf das Granulat verzichten und entweder auf Kork und Sand oder auf ein Gemisch aus Kork und Sand setzen, wie Stadtdirektor Burkhard Hintzsche mitteilt. Probleme sieht er aber auf die 60 schon bestehenden Kunstrasenplätze in der Stadt zukommen, denn diese müssten dann aufwendig und vor allem kostspielig saniert werden.

Auf den 60 Kunstrasenplätzen in Düsseldorf wird vornehmlich ganzjährig Fußball gespielt. Zwischen die grünen Gummihalme wird ein Kunststoffgranulat gestreut, das jetzt unter Verdacht steht, als Mikroplastik die Umwelt und das Trinkwasser zu belasten, wenn es in den Erdboden gelangt. Auf der Anlage des SC West und auf der Am Wald in Hassels plant die Stadt nun zeitnah als Testprojekte zwei neue Plätze, die mit Kork statt Granulat befüllt werden, um erste Erfahrungen mit dem neuen Untergrund zu sammeln. Denn ungeklärt sind zum Beispiel die Spielverhältnisse für die Sportler auf Kork und die Haltbarkeit.

Die Haltbarkeit eines Platzes mit Kunststoffgranulat beträgt laut Hintzsche zwischen zehn und 15 Jahre. Eine Sanierung kostet dann zwischen 300.000 und 500.000 Euro, sie ist abhängig vom jeweiligen Verschleiß des Untergrundes. Muss ein ganz neuer Teppich samt Befüllung verlegt und der Boden bearbeitet werden, können die Kosten auch zwischen 800.000 und einer Million Euro liegen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich beim Kunststoffgranulat für eine Übergangszeit von sechs Jahren für bestehende Plätze einsetzen. Wenn also ein Spielfeld vor fünf Jahren saniert wurde, würde die nächste Sanierung in eine Zeit fallen, in der eine Erneuerung ohnehin ansteht. „Aber was ist mit den Plätzen, die nicht vor fünf Jahren, sondern eben erst saniert wurden?“, fragt Hintzsche. Müssten auch diese Spielfelder dann erneut aufgearbeitet werden, sei dies wirtschaftlich kaum zu stemmen. Der Stadtdirektor wünscht sich, dass Regeln geschaffen werden, damit noch einwandfrei bespielbare Plätze erst bei der nächsten fälligen Sanierung von Granulat auf eine Alternative umgerüstet werden müssen. „Ich bin zuversichtlich, dass eine vernünftige Lösung gefunden wird, wenn sich der Bundesinnenminister in die Diskussion einschaltet“, sagt Hintschze.

Sollte sich die EU jedoch gegen eine Übergangszeit entscheiden und auf ein Verbot ab 2022 bestehen, dann würden der Spielbetrieb und die Trainingsmöglichkeiten für die Vereine massiv eingeschränkt.

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