Düsseldorf: Kommentar zur Verhüllung des Kreuzes in der Christuskirche

Christuskirche in Düsseldorf : Das Kreuz zu verhüllen war falsch

In der Christuskirche in Düsseldorf wurde am Israelsonntag das Kreuz verhüllt, damit der Chor der jüdischen Gemeinde dort auftreten konnte. Das war zuviel der Toleranz, findet unsere Autorin. Aber die Sache hat auch ihr Gutes.

Interreligiöser Dialog – nicht nur der Begriff klingt sperrig. Der ganze Vorgang ist kompliziert. Wenn Menschen unterschiedlichen Glaubens sich austauschen, geht’s an Innerste – ans Allerheiligste sozusagen.

Offener Austausch einerseits, Feinfühligkeit andererseits: Diese Gratwanderung gelingt nicht immer. In der Emmaus-Kirchengemeinde ist sie (verzeihlicherweise) am Sonntag misslungen. Das Kreuz zu verhüllen, damit der Chor der jüdischen Gemeinde auftreten darf – das war zuviel der Toleranz.

Der Dialog darf nicht unter der Bedingung stattfinden, dass eine Seite ihre Symbole verhüllt und ein Stück weit ihr Gotteshaus neutralisiert. Es ist richtig, dass die Gemeinde neu überlegen will, wie eine Lösung für den nächsten Israelsonntag aussieht.

Und vielleicht haben die diesjährigen Reibungen auch ihr Gutes: Nur wenn es mal kracht, kann man wirklich etwas aus dem Austausch übereinander lernen.

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