Klimaschutz in Düsseldorf „Es braucht Investitionen in nie gesehenen Dimensionen“

Düsseldorf · Rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Stiftungen trafen sich beim Klima-Forum 2022. Dabei ging es um es unter dem Motto „Gemeinsam Transformation gestalten“ darum, wie Klimaschutz mit der Stärkung des Wirtschaftsstandortes einhergehen kann.

Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht die Eröffnungsworte beim Klima.Forum 2022.

Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht die Eröffnungsworte beim Klima.Forum 2022.

Foto: Endermann, Andreas (end)

„Klimaschutz ist die größte Herausforderung unserer Zeit“, sagt Hendrik Wüst (CDU) beim Klima-Forum 2022 in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf. Der Ministerpräsident hielt die Eröffnungsrede. Eingeladen hatte der gemeinnützige Verein Klima-Diskurs NRW unter dem Motto „Gemeinsam Transformation gestalten“. Vertreten waren bei der hybriden Veranstaltung rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, von Stiftungen und aus der Politik, darunter auch viele Mitglieder des Vereins.

Seit zehn Jahren gibt es den Klima-Diskurs NRW bereits, der sich als Lobby für Klimaschutz und gleichzeitig für einen starken Wirtschafts- und Industriestandort NRW versteht. Sowohl in öffentlichen Veranstaltungen als auch in vereinsinternen Projekten wird über diese komplexe Thematik informiert, vor allem aber diskutiert.

„Es geht dabei viel um Vertrauen“, erklärt Ingo Wagner, der seit diesem Jahr neuer Geschäftsführer bei Klima-Diskurs NRW ist. Dieses könne man nur durch jahrelange Interaktion aufbauen, wobei es wichtig sei, die vielen verschiedenen Bedürfnisse, Sorgen und Probleme der einzelnen Akteure kennenzulernen und anzuhören. „Dadurch werden sie nicht zwingend gelöst, aber es gibt einen Handlungsrahmen vor“, so Wagner.

Einleitende Worte spricht Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, die ein Mitglied der ersten Stunde bei Klima-Diskurs sind. „Man braucht Haltung, der Wandel muss von den Menschen ausgehen“, erklärt er und betont, wie wichtig die Arbeit des Vereins im Kleinen sei – und das dies auch im Großen umgesetzt werden müsse.

Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, übernimmt die einleitenden Worte beim Klima-Forum 2022.

Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, übernimmt die einleitenden Worte beim Klima-Forum 2022.

Foto: Endermann, Andreas (end)

In seiner Eröffnungsrede gibt Hendrik Wüst einen Ausblick auf die Pläne der neuen Landesregierung, in denen der Wirtschaftsstandort NRW eine große Rolle spielt, „hängt unser Wohlstand doch davon ab“. Daher möchte er sich für mehr Flexibilität in der Energieversorgung einsetzen. „Berlin vergisst häufig die Häfen, die bereits in Belgien existieren, um etwa Flüssiggas oder später Wasserstoff nach Europa und Deutschland zu transportieren“, so Wüst. Als erstes Bundesland soll NRW klimaneutral werden – geschafft werden soll dies auch mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien. “Wir brauchen Innovationen und Investitionen und das in Dimensionen, die wir so noch nicht gesehen haben“, erklärt er weiter.

Dem schließen sich auch die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion an. Durch den kurzfristigen Ausfall durch Krankheit konnten Sabine Nallinger (Stiftung Klima Wirtschaft) und Anna Schwanhäuser (Klima-Allianz Deutschland) nicht teilnehmen. Sie wurden durch Martin Kaul und Malte Hentschke-Kemper ersetzt. Beide betonten, wie wichtig es sei, mehr Geld für den Klimaschutz in die Hand zu nehmen; auch wenn schon viel passieren würde und die Politik derzeit ein hohes Tempo vorläge.

 Die Podiumsdiskussion mit Malte Hentschke-Lemper (Klima-Allianz Deutschland), Martin Kaul (Stiftung Klima Wirtschaft), Dr. Klaus Grosfeld (Klimaforscher) und Ingo Wagner (Klima-Diskurs NRW) moderierte die Journalistin Angela Wegener.

Die Podiumsdiskussion mit Malte Hentschke-Lemper (Klima-Allianz Deutschland), Martin Kaul (Stiftung Klima Wirtschaft), Dr. Klaus Grosfeld (Klimaforscher) und Ingo Wagner (Klima-Diskurs NRW) moderierte die Journalistin Angela Wegener.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Dr. Klaus Grosfeld, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut, sprach sich dafür aus, dass der Informationsfluss und vor allem die Tatkraft gestärkt werden müssten. „Wir wissen seit Jahrzehnten, was auf uns zukommt und dennoch wird es nie oder nur halbherzig umgesetzt“, sagt der Wissenschaftler. „Dabei sind wir nicht nur alle Betroffene, sondern auch Handelnde!“

Dass viele Prozesse, unter anderem wegen zu langer und umständlicher Genehmigungsverfahren, aber auch wegen Fachkräftemangel, nicht schnell genug voranschreiten würden, stellte Ingo Wagner fest: „Wir müssen aufhören, erst anzufangen, wenn es geknallt hat oder dass jemand vorne sitzt und uns Dinge vorgibt.“

Im Anschluss gab es verschiedene Beiträge von fünf Vertretern und Vertreterinnen aus Gewerkschaften, Wirtschaft und Wissenschaft, die über die Herausforderungen und Erkenntnisse eigener Transformationsprojekte berichteten.

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