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Düsseldorf: Kita-Streik: Die Geister-Kitas

Düsseldorf : Die Geister-Kitas von Düsseldorf

Schließungen und Notdienst-Regelungen haben die Tagesstätten in Düsseldorf merklich verändert.

Hinter den Zahlen, die die Stadt täglich zum Kita-Streik veröffentlicht, verbirgt sich eine veränderte Welt. Gestern waren 18 Einrichtungen geschlossen, in 39 war nur ein Notdienst möglich. Normalerweise werden in diesen Einrichtungen 3630 Kinder betreut, gestern waren es lediglich 925.

Was das in der Wirklichkeit bedeutet, merken Kinder und Eltern schon auf den letzten Metern des Weges. Ganz sicher sind sie nicht, ob die Kita geöffnet hat, hinter vielen Fenstern ist es dunkel. An der Garderobe, an der sonst Karten mit Fotos der Kinder hängen, die sie mit hineinnehmen, sind alle Klettklebestreifen blank. Nur an den wenigen Jacken, die an den Haken hängen, können die Kinder erkennen, wer von den anderen da ist.

Das Wort Notdienst bedeutet in jeder Kita etwas anderes. Mal können in jeder Gruppe weniger Kinder als sonst betreuet werden, mal werden vier Gruppen zu zwei oder einer zusammengefasst, so dass die Kinder nur an zwei oder drei Tagen in der Woche kommen können, mal erhalten Kinder einen Platz in einer ihnen fremden Kita. Bisher wurden 245 solcher Plätze vermittelt.

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Von der Garderobe geht es nicht wie üblich weiter. Im Gruppenraum stehen alle Stühle akkurat am Tisch, als sei schon Abend, das Licht ist ausgeschaltet. In der Nachbargruppe wird zunächst auf einer Liste überprüft, ob das Kind an diesem Tag in die Kita kommen darf, dann sucht es unter den Anwesenden diejenigen, die es kennt und mag.

Eine halbe Stunde später klingelt das Telefon. Die Kleine hat Bauschmerzen und weint. Es ist das erste Mal in zwei Jahren, dass wir sie früher von der Kita abholen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Geister-Kitas von Düsseldorf

(RP)