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Düsseldorf: Karstadt oder Kaufhof von Schließung bedroht

Wirtschaft : Bangen um Traditions-Kaufhäuser

An Schadowstraße und Wehrhahn gibt es traditionell einen Kaufhof und einen Karstadt. Bei einer Fusion müsste einer weichen. Der Karstadt-Standort wechselte vor Jahren für 125 Millionen Euro den Besitzer.

Es war immer etwas Besonderes: In Düsseldorf haben die beiden großen deutschen Kaufhausketten ihre Filialen fast in direkter Nachbarschaft. Das gibt es nur in wenigen Städten im Land. Zwar haben auch Münster, Dortmund, Bonn, Köln und Gladbach beide Rivalen im Zentrum. Aber so dicht wie in Düsseldorf sind die beiden Ketten fast nirgendwo beieinander. Doch damit könnte bald Schluss sein. Die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof wollen ihre Ketten zusammenlegen. Die Kunden müssen sich auf drastische Einschnitte einstellen, die Mitarbeiter sowieso. In Verhandlungskreisen ist nur die Rede von weniger als 15 Filialen, die einer Fusion zum Opfer fallen könnten. Doch erstens glaubt keiner der Marktbeobachter daran, und zweitens spricht Vieles dafür, dass Düsseldorf einer der 15 betroffenen Standorte sein dürfte.

Zu „erstens“ muss gesagt werden, dass eine mögliche Fusion ja nicht geschieht, um den Markt zu vergrößern. Der ist im Schrumpfen begriffen angesichts einer Kundenkultur, die sich immer weiter vom Konzept „Kaufhaus“ entfernt und entweder online einkauft oder Spezialgeschäfte mit engerem Sortiment bevorzugt. Will heißen: Ziel einer Fusion kann nur sein, Kosten zu senken: durch weniger Personal, weniger Mieten und weniger Verwaltung. Und „zweitens“ hat sich gezeigt, dass eigentlich alle Unternehmen mit Konsumenten als Kunden versuchen, kostspielige Doppelstandorte zu vermeiden. Bestes Beispiel ist die Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank. Dort gab es plötzlich etliche Doppelstandorte in unmittelbarer Nähe in Düsseldorfs Straßen. Binnen weniger Jahre wurden sie fast ausnahmslos zusammengelegt.

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Offiziell äußert sich weder Karstadt noch Kaufhof darüber, welche oder wie viele Kaufhäuser auf der Kippe stehen. Also kann man nur spekulieren, welches der Kaufhäuser eine bessere Zukunft hat.

Aus Maklerkreisen ist zu hören, dass der Karstadt einen langfristigen Mietvertrag über zwölf bis 14 Jahre hat. Vor wenigen Jahren wechselte er für 125 Millionen Euro seinen Besitzer. Das spricht für den Karstadt. Dagegen spricht, dass der Kaufhof am Wehrhahn wohl im Eigentum der kanadischen Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay Company ist. Außerdem gilt dieser als attraktiver, weil er näher an der Schadowstraße liegt.

Wo der Karstadt liegt, war bis zum Zweiten Weltkrieg die als Konzertsaal genutzte Tonhalle. „Seit 1951 ist hier das Kaufhaus Karstadt ansässig, das 1986 für mehr als 40 Millionen D-Mark umgebaut wurde“, weiß Historiker Thomas Bernhard. Im Kaufhof war ein Warenhaus Kochs. Bernhards Mutter arbeitete einst dort. „Für seine Modenschauen war dieser Kaufhof überregional bekannt“, sagt Bernhard.